|
Hammurabi und Simri-Lim als Zeitgenoßen von David und Salomo
von Damien Mackey |
|
Wenn diese Konstruktion richtig ist, dann würde die Meinung, daß die Torah vom berühmten Codex Hammurabi beeinflußt war, zur Ruhe gelegt werden können. Es ist wohl richtiger anzunehmen, daß Babylonische Gesetze sich auf die Gesetze Moses begründeten wie sie zur Zeit Salomos lauteten. |
|
Einleitung In einem Artikel mit dem Titel `Die Datierung Hammurabis' von Dean Hickman [1], der zuerst im Jahre 1986 erschien, erklärt der Verfasser warum der König Hammurabi von Babylon ins 10. Jahrhundert und nicht ins 19. Jahrhundert v. Chr. gehört und er somit ein Zeitgenosse von David und Salomo war. Hickman ging soweit, das er sogar eine Revision der Geschichte Mesopotamiens bis ins 9. Jahrhundert vorschlug, welche, trotz einiger schwächerer Argumente, eine Reihe sehr möglicher Verbindungen zwischen den Königen Mesopotamiens und seiner Nachbarländer aufzeigen konnte. Es sollte uns nicht überraschen aber Hickmans Artikel stimulierte augenscheinlich nicht viel Interesse oder Diskussionen unter den revisionärischen Geschichtsforschern. Vielleicht war einer der Gründe, daß es ihm nicht gelang, wie auch vorher Velikovsky, eine zufriedenstellende Erklärung der schwierigen Amarna Zeit aufzustellen, die in konventionaler Chronologie ins 13. Jahrhundert v. Chr. gehören soll. Das Resultat der Revision bei Hickman, da er Hammurabi und seine Königslinie ungefähr acht bis neun hundert Jahre ins 10. Jahrhundert und darüber hinaus, näher zu unserer Zeit brachte, war, das er die Amarna Zeit noch mehr mit historischen Zusammenhängen bevölkerte. Er machte keinen Versuch, die anderen, von ihren konventionellen Zeitaltern gelösten Könige, eine neue Zeitspanne anzuweisen. Dies führt zu einer unglücklichen Sachlage für die Fachleute der Amarna Epoche, die sowieso mehr Hilfe benötigt, um ihre Chronologischen Verbindungen mit Mesopotamien zu bestimmen. Ich habe nicht vor zu versuchen in diesem Artikel die notwendige Aufgabe der Geschichte Mesopotamiens im Zusammenhang mit der El Amarna Zeit zu lösen, dies werde ich in einem folgenden Artikel zu tun versuchen. Ich habe nur vor ein Gebiet der Ergebnisse von Hickmans Forschungsarbeit zu verfestigen: die Zeit des Königs Salomo. Nun, wie auch Hickman seinen interessanten Artikel damit began, indem er Simri-Lim, König von Mari, und besondere Ereignisse die sich während seiner Regierungszeit und der seines Vaters Iahdulim zutrugen, berichtet - wird auch dieser Artikel sich mit demselben Simri-Lim befassen und ihn zu unserer zentralen Persönlichkeit machen. Es gelang Hickman die meisten der massgebenden, zeitmässigen Persönlichkeiten mit Charakteren des 10. Jahrhunderts zu identifizieren, aber er identifizierte nicht Simri-Lim und seinen Vater mit irgendeiner besonderen Person. Die Identifizierung von Simri-Lim, König von Mari, wird deshalb das besondere Anliegen dieses Artikels sein. Ich glaube, daß eine sehr zufriedenstellende Identifizierung zwischen Simri-Lim und Reson, dem Syrischen Feind Salomos, und Sohn Eljadas, gemacht werden kann. (1.König 11:23). Dies ist ganz in Übereinstimmung mit dem Artikel Hickmans für die Zeit Hammurabis, ein Zeitgenosse des Simri-Lims, und bestärkt deshalb Hickmans These. Es muß logischerweise richtig sein, das wir dann Simri-Lims Vater Iahdulim mit Resons Vater Eljada (Eliada) identifizieren. Die Ähnlichkeit in den Namen `Iahdulim und El-iada kann man wirklich in betonter Weise erkennen. Benjaminiten und Daviditen Hickman fand, was er glaubte die Leute von Saul und David zu sein, wenn er die Namen "Benjamites" und "Dawidum" (Davidum), in "drei Datierungsformeln" der Literatur der Könige von Mari zitiert fand.[1] Könige dieser alten Zeiten datierten gewöhnlich besondere Jahre während ihrer Regierungszeit in dem sie diese in Verbindung mit anderen Ereignissen brachten die während ihrer Zeit stattfanden. Deshalb verzeichneten die Könige von Mari diese Jahre in der folgenden Weise [3]: |
| 1. | "Das Jahr in dem Iahdulim nach Han ging und das Gebiet der Benjameniten (Benjamites) einnahm." |
| 2. | "Das Jahr in dem Simri-Lim die Davidum der Benjameniten tötete." |
| 3. | "Das Jahr nachdem Simri-Lim die Davidum der Benjameniten tötete." |
|
Hickman war sich ziemlich sicher von sprachlicher Hinsicht, wenn er die `Benjameniten' der Mari Briefe [English: Mari Letters (ML)] mit den biblischen Stamm Benjamin in Verbindung brachte. Da Saul dem Stamm Benjamin zugehörte [1.Samuel 9:1-2], hatte er das Recht die Identifizierung zwischen den `Benjameniten' und den Untertanen Sauls vorzuschlagen. André Lemaire war mit diesem Vorschlag in Übereinstimmung, daß die `Benjameniten' der Mari Briefe genau mit dem südlichen Stamm Israel zu verbinden sind.[4] Es herrschte aber weniger Übereinstimmung wenn Hickman versuchte eine alte und nicht sehr populare Theorie wieder zurückzurufen, nach der das Wort "dawidum" der MB mit dem Namen `David' etwas zu tun haben sollte [5]. Nach der Meinung von Lemaire, das Wort "dawidum" kam in Wirklichkeit von dem Wort "dabduum", was "Niederlage" bedeutet [6]. Aber noch dringlicher als die sprachlichen Fragen waren die schwerwiegenden, geschichtlichen Gründe warum im Rahmen der konventionellen Chronologie es unmöglich sein sollte, daß die Mari Briefe Hinweise auf `David' enthalten. Es ist eine unbezweifelbare Tatsache, daß Simri-Lim ein Zeitgenosse von Hammurabi, König von Babylon, war. Wir wissen, daß Hammurabi später Simri-Lim vom Thron stürzte und Mari zerstörte [7]. Obwohl Geschichtsforscher es schwer fanden Hammurabi genau zu datieren [8], würden sie es aber kaum bezweifeln, daß er wohl mehr als 500 Jahre vor der Zeit Davids lebte. Hammurabis Zeitspanne schwimmt mit verschiedenen Jahresangaben, die sich ca. um 100 Jahre betragen, in der antiken Welt herum. Wir sollten uns deshalb nicht wundern wenn Dr. Courville sich gezwungen sah zu schreiben, daß dieser große König von Babel "in einer flüssigen Chronologie der Chaldäer schwimmt"["floating about in a liquid chronology of Chaldea"] [10]! Hickman jedoch fühlte sich nicht bei den Fesseln der Konventionellen Chronologie gebunden und war somit frei seine früheren Zusammenhänge zwischen den "dawidum" und dem Namen David wiederum zu untersuchen. In Bezug auf Lemaires "dabduum" notierte er, daß der Buchstabe "b" anstelle eines "w" oder "v", würde "nicht unbedingt die Möglichkeit ausschalten, daß ein Wort wie `David' gemeint war" ["not conclusively exclude the possibility that a word meaning 'David'"], und das im Griechischen Neuen Testament "der Name David verschiedener Weise als `Dawid' und `Dabid' zu finden ist" ["the name of David is variously written 'Dawid' and 'Dabid'."] [11]. Obwohl, wie Hickman es auch sagte, "gegenwärtige Archäologische Weisheit verbietet es" [12], fühlte er sich gedrungen die Möglichkeit das "Dawidum" mit David zu tun hatte und das Hammurabi in dessen Zeitalter gehört zu untersuchen. Hier befassen wir uns mehr mit den geschichtlichen Zusammenhängen als mit den philologischen. Shamsi-Adads Identifizierung Hickmans erste Identifizierung zwischen einem Mari Schreiber und einem Charakter des 10. Jahrhunderts brachte es bemerkenswerter Weise mit sich, daß er Shamsi-Adad mit Davids mächtigen Feind Hadadezer, dem Syrer, in Übereinstimmung bringen konnte [13]. Nicht nur David, auch Saul hatte Auseinandersetzungen mit den agressiven Königen von Zobah in Aram, dem alten Syrien, [1.& 2. Samuel). Und dennoch, nach konventionellem Denken, die Könige von Zobah (Sprich `Dzoba') sollen überhaupt keine Inschriften ihrer Taten hinterlassen haben [14].
In CAH lesen wir, daß der Name Zobah in den Assyrischen Dokumenten des 8. und 7. Jahrhunderts als "Subatu, Subutu oder Subiti" vorkommt [15]. Josephus nannte Zobah, "Sophene", and ihren König "Hadad" [16]. In Übereinstimmung mit dieser Sachlage identifizierte Hickman Shamsi-Adad, Sohn des Ilu-kabkabu, mit dem biblischen Hadadezer, Sohn von Rekhob. Weiterhin fügte er hinzu, daß Shamsi-Adads bekannteste Stadt Shubat-Enlil mit der Stadt Hadadezers, Zobah oder Subatu, gleichzusetzen ist [17]. Hickman brachte auch eine interessante Erklärung vor, warum er dachte, das der Name des Vaters von Hadadezer, Rekhob, dem Namen "Ilu-kabkabu ähnlich war"["some resemblance to Ilu-kabkabu"], dem Namen von Shamsi-Adads Vater so ähnlich war.[18] |
|
|
Städte die Hadadezer zugehörten waren Betakh, Berothai, Tibhath oder Tebah und Chun [2. Samuel 8:8 & 1. Chroniker 18:8]. In CAH, Tebah wird als die Spät Bronz Stadt Tubikhu identifiziert, Chun als Spät Bronz Kunu (das Römische Conna), und Berothai versuchsweise als Bereitan, ein Stätdchen südlich von Baalbek [20]. Hickman erwähnte auch noch das Berothai, gewöhnlich nördlich von Damaskus gesucht, "ist wahrscheinlich das gleiche Berothai auf das auch der Prophet Hesekiah in Kapitel 47:16 bezug nimmt und das zwischen Hamath und Damaskus lag." [21] |
|
In einer Datierungsformel von Eshnunna wird die Armee des Iasmakh-Adad, der Sohn Shamsi-Adads, "Das Heer von Shubartu und Khana" genannt [22]. Hickman schlug vor das Khana die Stadt Chun von 1.Chroniker 18:8 sein könnte, und das Shubartu "von Zobah oder von Sibraim" herstammte [23]. [Hesekiel 47:16]
Shamsi-Adad prahlte damit, daß er eine Triumphsäule in Lebanon aufrichtete. Er hatte sich ja mit den Prinzen der nördlichen, Syrischen Orte wie Carchemish und Qatna, und mit Hammurabi von Babel verbündet [24].
"Dann schlug David den König Hadar-Eser von Zoba, in der Richtung nach Hamath, als er hinzog, sein Zeichen am Euphrat aufzurichten." [vgl. Zürcher und Luther Übersetzung von 1. Chroniker 18:3]
Die Bibel berichtet auch, das dieser Syrer auch über die Könige jenseits des Flusses regierte, (2. Samuel 10:16,19), z.B. dem Euphrat wie spätere Dokumente von Assyrien es auch bestättigen [25]. Hickman dachte das "diese Beschreibung die des Shamsi-Adads ähnlich ist"["this description resembles that of Shamsi-Adad"] [26].
Hickman identifizierte Shobach, "den Kommandanten der Armee des Hadadezer" [2. Samuel 10:16] mit Shamsi-Adads Sohn `Iasmakh-Adad' [28].
Das Königreich Hamath
Die erste kriegerische Auseinandersetzung zwischen David und Hadadezer trug sich in der Nähe von Hamath zu, als Hadadezer versuchte seine Grenze am Euphrat wieder zu gewinnen. Hickman fragte sich ob Hamath das bekannte Königreich Yamkhad sein könnte.29) Die Mari Archive machen es uns möglich zu verstehen, wie groß das Königreich des Syrers, vorher noch besonders von Babel überschattet [30], eigentlich war. Wie S. Dalley es gerne sagte: "... wir wissen jetzt das Syrien Städte und Könige hatte, deren Macht den Zivilisationen von Larsa und Babylon gleichkamen."["... we now know that Syria had cities and monarchs equal in power and civilisation to Larsa and Babylon."] [31] Sie fügte hinzu, daß Syriens mächtigste Königreich "sein Zentrum in Aleppo, dem alten Halab im Staate Yamkhad hatte"; Halab war "das mächtigste vieler Königreiche in der Zeit Simri-Lims." [32] Dalley prüfte diese Ansicht einfacherweise mit dem hochgeachteten Mari Brief der besagt, das:
"Es gibt keinen König der aus sich selbst mächtig ist. Zehn oder fünfzehn Könige folgen Hammurabi dem Herrscher von Babel, eine gleiche Anzahl folgen Rim-Sin von Larsa, eine gleiche Anzahl folgen Ibal-pi-el von Eshnunna, eine gleiche Anzahl folgen Amud-pi-el von Qatanum, aber zwanzig folgen Yarim-Lim von Yamhad." [33]
Nachdem David Hadadezer und seine Verbündeten in der Gegend von Hamath besiegt hatte, sandte ihm ein König von Hamath mit dem Namen `To'i' Zinsen, die von seinem Sohn Joram [2. Samuel 8:9] gebracht wurden.
Die Syrischen (Amoriter) Reiche waren eine lose Zusammensetzung von Stadtstaaten die oft mit sich selber in Streit gerieten. Wir lesen zum Beispiel in der Bibel das Hadadezer "die Syrer von Damaskus" [2. Samuel 8:5] aufrief zu helfen und das die Ammoniter "die Syrer von Rehod (Beth-rehob) und die Syrer von Zoba"[2. Samuel 10:6] für ihre Zwecke anwarben. Dann war da ja noch das Königreich von Hamath, das später Zoba übernommen haben mag; daher kommt wohl "Hamath-zobah". Aber wie wir festellen werden, konnten gefährliche Auseinandersetzungen unter den Syrern entstehen. Als Beispiel hatte Resin, der Sohn des Eliada, eine Ausandersetzung mit seinem Herren Hadadezer und er floh von ihm und wurde der Anführer seiner eigenen, privaten Armee, (1. König 11:23-24). Der Grund für diese Feindschaft wird uns im nächsten Teil klarer, wenn wir über Resin und Eliada sprechen und sie mit Simri-Lim und Iahdulim der Mari Briefe vergleichen.
Hickmans Zusammenfassung dieses Briefes besagt, das Shamsi-Adad als "die größte Persönlichkeit seiner Generation" angesehen wurde und er auch "das Land zwischen dem Tigris und Euphrat" für sich beanspruchte aber sich vor den Israeliten fürchtete [36]. Er erkannte die "Ra-ab-ay-yi" der Briefe Shamsi Adads, die "auf der anderen Seite des Flusses" lebten, als Mitglieder des Stammes von Ruben (einem der 12 Stämme) die zusammen mit den Stämmen von Gad und Manasseh östlich des Jordans lebten [37].
Die Bibel berichtet, das diese Transjordanischen Israeliten sich im Osten schon während der Zeit Sauls ansiedelten und dann begannen, die Hagariter (Araber) zu bekämpfen und darin als Sieger hervorkamen. [1.Chroniker 5; & 2. Chroniker 5]
Das Zeitalter Salomos [See Map]
Friede war in den Tagen Sauls und Davids unbekannt und wurde nicht Wirklichkeit bis Salomo, der Sohn und Erbe Davids, König in Israel wurde. David hatte die bedeutende Stärke des Königs von Zobah, Hadadezer, gebrochen und Truppenfestungen in Aram und Damaskus angelegt; und die Syrer wurden `Diener' Davids und zahlten ihm Tribut. [2. Samuel 8:5-6]
Während der nächsten 20 Jahre regierte Salomo in Friede und sein Land erfreute sich eines wirtschaftlichen Aufschwungs, da alle Feinde Israels überwunden waren. Es scheint, daß Salomo eventuel die Königreiche des Hadadezer und die der Aleppo Gegend übernahm da er `Hamath-zobah' einnahm. [2. Chroniker 8:3] Er baute in der Syrischen Wildnis die Stadt Tadmore, eine Ortschaft von der ein Weg nach Mari führte [38] - und er baute auch Vorratsräume in den Städten von Hamath [8:4]. Sogar nach 20 Jahren seiner Herrschaft [2. Chroniker 8:1], war sein Reich noch wohlauf; denn die Bibel berichtet über den bekannten Besuch der Königin von Saba. Von Salomo wird geschrieben, das er 1400 Streitwagen und 12,000 Reiter besass mit denen er Jerusalem verteidigen konnte. [1. König 10:26].
Die Bibel nennt nun drei feindlich gesinnte Herrscher, die in jenen Tagen "ihre Hand gegen Salomo aufhoben"[1. König 11]: Hadad, der Edomiter, Reson, der Sohn Eliadas, der von seinem Herren Hadadezer, König von Zobah, entflohen war und Jeroboam, der Ephraimiter. Es ist dieser Reson über den wir jetzt in diesem letzten Teil sprechen wollen.
Von Reson/Rezin bis Hammurabi
Es erscheint nun, das Hickman in seinem letzten Zitat die Sachlage richtig beurteilte in dem `Iagit-Lim' von Mari, der ja der Großvater des Simri-Lim war, einst ein Verbündeter Shamsi-Adads war. Iagit-Lim jedoch hatte später eine Auseinandersetzung mit Shamsi-Adad die trübsame Ereignisse in Bewegung setzten. Iagit-Lims Sohn und Nachfolger Iahdulim - der ja damit prahlte, daß er die Fundamente von Mari verstärkt hatte - wurde von seinen eigenen Dienern ermordet. Shamsi Adad übernahm dann die Stadt Mari und machte in ihr seinen Sohn Iasmakh-Adad Herrscher. Simri-Lim, der rechtmäßige Thronfolger, sah sich gezwungen, um sein Leben zu bewahren, von der Stadt zu fliehen und lebte danach für viele Jahre in Aleppo im Exil [41]. Ungefähr im 16. Jahr des Hammurabi von Babel kehrte er wieder nach Mari zurück und herrschte von dort wohl die meiste Zeit der übrigbleibenden Regierungsjahre des Hammurabi [42].
Da Shamsi-Adad im 12. Jahr Hammurabis starb [43] kehrte Simri-Lim vermutlich in eine weniger feindlich gestimmte Umgebung zurück und herrschte von dort für wenigstens 17 Jahre [44]. Für den größeren Teil dieser Zeitspanne herrschte wohl Friede zwischen ihm und Hammurabi. Nur etwas später wandte sich Hammurabi gegen Simri-Lim und, in seinem 33. Jahr, kam er nach Mari und zerstörte die Stadtmauern [45]. Dies jedoch mag noch nicht das Ende für Simri-Lim gewesen sein, da die Anzahl der gefundenen Jahr-Namen seiner Regierungszeit zu bedeuten scheinen, daß er noch nach diesen Ereignissen einige weitere Jahre in Mari verbrachte [46].
Wenn wir nun alle diese Ereignisse in einen revidierten Zeitplan hineinsetzen ensteht ein genaueres Bild. Hadadezer (Shamsi-Adad), der einstige Verbündete von Resons, (Simri-Lims) Großvater und König von Mari, geriet in eine Streiterei mit dem König von Mari. Später, Eljada (Iahdulim), Resons Vater, wurde ja von seinen eigenen Dienern ermordet - vielleicht aufgrund der Teilnahme Hadadezers in dieser Untat - und Hadadezers Sohn Shobach (Iasmakh-Adad) gründete seinen Thron als Herrscher über Mari. Die Ermordung seines Vaters und die Besteigung des Thrones der Stadt zu dem er Erbschaft hatte, erklärt warum Reson "von seinem Herren Hadadezer und König von Zoba entfloh" (1. König 11:23). Wir wissen nun auch zu welcher Stadt Reson floh, Aleppo, oder auch als Halab bekannt, im Lande Hamath (Yamkhad).
Die Bibel berichtet weiterhin das "nach der Schlacht Davids" [z.B. nachdem David die Armee Hadadezers geschlagen hatte], began Reson "Männer um sich herum zu sammeln und wurde zum Anführer einer herumstreifenden Bande" (1. König 11:24). Einige dieser Bandenmitglieder waren wohl die überlebenden Soldaten von Hadadezers geschlagener Armee. Wir wissen von der Bibel, daß kurz nachdem 20. Jahr Salomos, König von Jerusalem, drei feindlich gesinnte Herrscher sich bemerkbar machten. Da das 20. Jahr Salomos wahrscheinlich das Jahr 950 v. Chr. war [47] müssen Resons Regierungsjahre kurz nach diesem Datum angefangen haben.
Da wir nun feststellten, das Simri-Lim, den wir ja nun als Reson erkennen, von Aleppo "ungefähr im 16. Jahr Hammurabis" nach Mari zurückkehrte [48], muß Hammurabis 16. Jahr ziemlich genau dem 20. Jahr Salomos entsprechen. Aus diesem Grund ist es wohl richtiger zu sagen, daß Simri-Lim ein Zeitgenosse Hammurabis war [49]. Shamsi-Adad starb 5 Jahre bevor Simri-Lim im 12. Jahr Hammurabis vom Exil zurückkehrte [50], ein Jahr, das dem 16. Jahr Salomos gleichzusetzen ist. Er war aber schon vor dieser Zeit eine schwächere Macht geworden.
Wir können nun verstehen, daß das Ereignis der Rückkehr Simri-Lims vom Exil im 16. Jahr Hammurabis ein wichtiger synchronistischer Punkt wird, um etwas Ordnung in die Ereignisse dieser Zeit zu bringen. Besonders aber, wenn wir dies mit der Rückkehr Resons von seinem Exil in Verbindung bringen. [1. König 11:24 "...wurde Anführer einer Streifschar; dann nahm er Damaskus ein"] Leider können wir nicht feststellen ob er Damaskus oder Mari zuerst übernahm.
Die Möglichkeit besteht, wie Hickman es auch beschreibt, daß Reson wie auch Shamsi Adad "... sich immerzu in Bewegung befand und wahrscheinlich keine dauerhafte Hauptstadt hatte." [51]
Reson wie auch Hadadezer waren Syrer und blieben Feinde des Hauses Davids. Die Bibel berichtet das Reson "...war Israels Widersacher, solange Salomo lebte ... und wie auch Hadad, der Edomiter, Untaten beging ... und er haßte Israel und regierte in Syrien." [1. König 11:25; 2. Samuel 8:3 sinngemäß] Für die spätere Zeit finden wir keine weitere Hinweise in der Bibel und wir müßen uns an die Mari Briefe wenden. Wie wir feststellen können, entspricht der biblische Bericht den geschichtlichen Ereignissen sehr genau wenn unsere Schlußfolgerung, die Rückkehr Simri-Lims von Aleppo mit der des Reson gleichzusetzen, richtig ist. In beiden Fällen war der Herrscher oder Oberherrscher der Syrer tot. Wir wissen auch das Simri-Lim und auch Reson für nahezu 20 Jahre regierten. Simri-Lims Vater herrschte deutlich für 17 Jahre, bis Hammurabi Mari einnahm; und er mag noch etwas länger geherrscht haben, wie die Inschriften zu bestätigen scheinen. Reson herrschte wenigsten 17-20 Jahre der 40 jährigen Regierungszeit Salomos. [1. König 11:42]; und er könnte, wenigstens für einige Jahre, noch in der Zeit Rehoboams regiert haben obwohl wir nichts mehr von ihm hören.
Unten finden wir einen Vergleich zweier Annahmen, die konventionelle und die revidierte, mit den geschichtlichen Personen der ersteren neu-identifiziert und neu-datiert gemäß unserer Abhandlung. Ich denke der Leser stimmt darin zu, daß die Ähnlichkeiten sehr beachtenswert sind. |
|
ca. 1800 v. Chr. |
Shubat-Enlil Ilu-kabkabu Shamsi-Adad Iasmakh-Adad |
Mari Iahdulim Simri-Lim |
Yamkhad Iarim-Lim |
Palestinien Patriarchen |
| ca. 900 v. Chr. |
Subatu/Zobah Rekhob Hadadezer Shobach |
Syrien Eliada Rezin |
Hamath Hiram |
Palestinien David Salomo |
|
Notizen & References [1] Proceedings 3rd Seminar of Catastrophism & Ancient History(CAH) (Uni. of Toronto, 1985, ed. M. Luckerman), 13-28. [2] Ibid., 13. Sieh auch Hartmut Schmökel, `Ur, Assur und Babylon', Stuttgart, 1958, S. 90f. [3] Wie zitiert bei Hickman, ibid. [4] In `Bibilical Archaeologist', Vol. 47/2 (June '84). [Die Abbildung einer Kuneiform Tafel des Iahdulim, Vater des Zimri-Lim, findet man in Hitti, Phillip K., `History of Syria', N.Y., 1951, p. 67; Von Geuthner, Paul, `Syria', Vol. XIX, Librairie Orientaliste, Paris] [5] Opening citation, ibid. [6] Op. cit. [7] CAH Vol. II-1, 180. [8] Drei grundlegende Chronologien als `Low, Middle & High' wurden für Hammurabi vorgeschlagen, mit Daten, die die Zeit von ca.1860-1730 v.Chr. umschließen. [9] Dalley, S., Mari and Karana, (Longman, 1984), xviii. [10] Courville, D., The Exodus Problem and its Ramifications, Vol.II (Loma Linda, CA, 1971), 289. [11] Op. cit., ibid.;Wigram, George V. `The Englishman's Greek Concordance of the New Testament' : ist ein Versuch eine Wortverbindung zwischen dem Griechischen und Englischen Text herzustellen, einschließlich der Namen, Suchregister, Griechisch-Englisch und Englisch-Griechisch und eine Konkordanze verschiedener Lesemöglichkeiten, 9. Verlag, worin sich nun auch ein Wörterbuch für das Griechische Neue Testament befindet. London : S. Bagster, 1903. xxxv, 1020, 14, iv. [12] Ibid. [13] Ibid., 14. [14] `Biblical Archaeologist Reader' (BAR2), p. 95. [15] CAH, II-2, 533ff. [16] Whiston, W., Josephus - Complete Works, "Antiquities of the Jews", Bk. VII, 1-2. [17] Op. cit., 14-15. [18] Ibid. 15. Following L. King, A History of Sumer and Akkad, 203, n.2, Hickman erklärt das der Name Rimush, z. B., kann in seinem phonetisch Sumerischen Sinn als "Uru-mu-ush" gelesen werden. Ähnlicherweise kann Ilu-kabkabu auch als Uru-kabkabu (Rekhob) gelesen werden. [19] Ibid., 15. Eshnunna war eine Stadt etwas nördlich von Baghdad. [20] CAH, ibid., 534. [21] Op. cit., 23. [22] CAH Vol. II-1, 5. [23] Op. cit., 15. [24] CAH Vol. II-1, 3. [25] Op. cit., 26. See note 31. [26] Ibid., 15. [27] CAH Vol. II-1, 199, S. 16; Er bezieht sich auf Pritchards `Ancient Near Eastern Texts' (ANET), S. 484] [28] Op. cit., 16. [29] Ibid., 15. [30] Op. cit., 44. [31] Ibid. [32] Ibid. [33] As quoted by Dalley, ibid. [34] Op. cit., 15. [35] BH 5, 65. [36] Op. cit., 16; also quoting from CAH I-2, 639. [37] Ibid; Sieh auch: Biblical Archaeology Review, Mar/Apr 2001, `Excavating the Tribe of Reuben', p. 36-47. Ortschaften: Tall al Umayri, Tall Jawa, Heshbon/ Hisban, Madaba, Tell Jahul and Dibon. [38] Dalley, op. cit., 13. [39] Op. cit., 14. [40] Ibid. [41] CAH Vol. II-1, 1-2. [42] Smith, S., "Ursu and Hassum", Anatolian Studies, Vol.6 (1956), 38, n.6. [43] CAH Vol. II-1, 7. [44] Hickman, op. cit., 14. Wir sollten uns auch bewusst sein, das nur ungefähr 50 Jahre nach der Zeit Simri-Lims gab es auch einen König in Israel mit dem Namen `Simri' was beweist, das dieser Name zu gerade der Zeit in Gebrauch war. [45] Ibid., 26, n.15. [46] CAH Vol. I-1, 210-211. [47] E.g. Courville, op. cit., Vol.1, 11, dates Solomon's 4th year at 967-966 BC. [48] Hickman, op. cit., 14. [49] Auf diese Weise würden die Sinaigesetze, die Zivilen und Gesundheitsgesetze in den Büchern Moses, vor dem Kodex Hammurabi verfaßt worden sein. [50] CAH Vol. II-1, 7. [51] Op. cit., 14. |