CIAS Originale Geschichtliche Dokumente

DER ASSYRISCHE THARTHAN
von Damien Mackey
Viele Gesichter
Die Sargonische Reihenfolge - Teil I & II
Der Bericht über die Heldin Judith
Der Assyrische Turtan in English
Nachschlagebuch
Toledoth in Genesis
Simri Lim
Cultural Foundations
Hier auch wieder, wie schon in der Sargonischen Reihenfolge, haben Geschichtsforscher sich äußerst viel Freiheit gegeben als sie die Assyrischen Urkunden benutzten um damit die Chronologie der Assyrischen Könige fertigzustellen indem sie hinzufügten was nicht dastand - wie in diesem Fall die Ermordung von Sanherib - und haben auf diese Weise Assyrische Geschichte sehr durcheinander gebracht.
Dritter Teil: Esarhaddons Zentrale Rôlle in dem Drama

Dies ist im Grunde genommen Teil Drei des vorhergehenden Artikels über Sargon/Sanherib.

Die Douay und Griechische Übersetzung des Buches Judith stimmen darin überein, wenn sie sagen, das der König von Niniveh in seinem 12. Jahre1 Krieg gegen die Chaldäer führte. Sie sind verschiedener Meinung, wenn sie die Zerstörung der Stadt des zuletzt erwähnten Königs[1] nacheinander dem Jahr 12 und dem Jahr 17 zuweisen. Dieser Umstand mag damit erklärt werden können, daß Sargon/Sanherib zweimal Babylon eroberte. Jedoch die Zerstörung Babylons in seinem 17. Jahr stimmt gut mit der Reihenfolge überein, die wir schon im Zweiten Teil besprochen haben und die uns bis in die Zeit des Siebten Feldzugs Sanheribs trug.
Denn während seines Achten Feldzugs gegen den König von Elam, `Umman-menanu', verwüstete er die südliche Hauptstadt.

Achter Feldzug Ich ging schnell voran gegen Babylon .... Wie die Ankunft eines Sturmes brach ich alles lose .... Ich schloß die Stadt vollständing mit Tunneln und Kriegsmaschinen ein .... Die Beute .... Jahr 17 (Judith 1:13,14) Im siebzehnten Jahr [der Assyrische König] ... kam zu Ekbatana [d.h. Babylon], eroberte die Türme, plünderte die Märkte und machte die einst herrliche Stadt in eine der Scham. ...


e1) Luthers Übersetzung benutzt Jahr 13. Wie wir oben schon erklärten, gibt es darüber verschiedene Meinungen aber Damien folgt darin der Griechischen Septuagint, die besser erscheint. Für eine Online Version sieh: Septuagintas Judith in Englisch


Dann, immer noch im Jahr 17, nach der Information von Judith (Septuagint, S70), "... er kehrte um nach Niniveh zurück, er und alle seine vereinigten Truppen ... und dort er und seine Truppen ruhten sich aus und machten ein Fest einhundertundzwanzig Tage lang." (Judith 1:16; S70).

Zu dieser Zeit hatte Sanherib schon viele gute Gründe sich selbst zu beglückwünschen. Sein Achter Feldzug ist jedoch so weit, wie der große König uns seine Taten wissen läßt. Wir könnten uns dadurch ziemlich leer fühlen.

Wo ist sein Bericht über den berüchtigsten all seiner Kriege, den gegen den Westen bis nach Ägypten - wie er auch bei Herodotus in seiner Die Geschichte, in der Bibel und in den Pseudoapogryphischen Büchern (Judith, Tobias, Makkabäer) beschrieben wird - wenn seine fast 200,000 Mann starke Armee so gedemütigt wurde?

Solch ein Katastrophaler Assyrischer Verlust passt auf keinen Fall in die Zeit des Dritten Feldzugs Sanheribs gegen den Westen, der, wie wir feststellten ein fabelhafter Erfolg für die Assyrier war.

Geschichtsforscher quälten sich in ihren Gedanken über dies. Fand noch ein anderer Feldzug statt nachdem Hiskia von Juda zuerst noch zur Unterwerfung gezwungen wurde? [2]

Und, muß ich hinzufügen, wie passt der Entscheidungskampf zwischen Judith und dem Assyrischen Tharthan, "Holofernes" hinein, der vollständing seinen Kopf über diese Jüdische Schönheit verloren hatte? Wir finden keine Andeutung über den Einfall von Sargons Tharthan ins Jüdische Land, in dem was wir schon gelesen haben, daß er zu der Zeit irgendwie von den Landsleuten Hiskias unter Druck kam.

Im Gegensatz dazu, die eindrucksvolle Griechische Version von Judith im besonderen, berichtet über einen massiven Feldzug - obwohl letzten Endes ein Verlust - zuerst geplant von dem großen Assyrischen König selber in seinem Jahr 18, und ausgeführt von seinem einflußreichstem Kommandant:

Im achtzehnten Jahr, am zweiundzwanzigstem Tage des ersten Monats, redete man im Palast [des] Königs von Assyrien darüber seinen Rachefeldzug über das ganze Gebiet auszuführen, geradeso wie er es gesagt hatte." (Judith 2:1; S70).e2

... Nachdem er seinen Plan abgefasst hatte, rief Nebuchadnezzar, der König von Assyriene2, Holofernes, den hochgestelltesten General seiner Armee, zweiten Ranges nur unter ihm selber. ...(v.4).

e1) Wir zeigten schon im Artikel über Judith, das Sanherib, König der Assyrer, dieser König war.
e2) Septuaginta liest hier `das 18. Jahr', `oktokaidekato deutera'.

Seinen Anordnungen gemäß, der Tharthan stellt sogleich eine Armee von 120,000 ausgewählten Truppen in Divisionen, mit 12,000 Pferdberittenen Bogenschützen zusammen. Hinzu dann noch eine große Anzahl von Lastieren, Proviant und viel Gold und Silber vom königlichen Palast, Judith 2:14-18; S70).

Der Grund für all diese Vorbereitungen des Feldzugs (wohl eine Serie von Feldzügen wieder) war einfach die Rachelust des großen Königs von Assyrien besonders gegen den Westen, da die Völker von Silizien bis zur Grenze der Äthiopier sich trotz seiner Anfrage weigerten ihm in seinem Jahr 12 Krieg gegen die Chaldäisch-Aramäischen Verbündeten zu helfen, Judith 1:7-12. "... sie fürchteten sich nicht vor ihm, aber sahen ihn als nur einen Mann an. So sandten sie seine Boten mit leeren Händen wieder zurück in Scham." [Judith 1:11; S70]

Der Wunsch Ägypten zu erobern mag auch ein Grund für Sanherib gewesen sein.

Der Tharthan zog mit dieser großen Armee fort, als sie so den Westen in ängstliche Unterwerfung gebracht hatten und bei Esdraelon, in der Nähe von Dothan, gegenüber dem großen Berggrad von Judäa" ankamen, wuchs seine Truppenstärke bis auf "einhundert und siebzigtausend Infantrie und zwölftausend Kavalerie heran, ohne die Lastträger und Fußsoldaten die eine große Menschenmenge leiten mussten", (Judith 7:2; S70). Die totalen Zahlen dieser Armee kommen denen der 185,000 starken und geschlagenen Armee Sanheribs sehr nahe. Diese große Armee war es auf die die Israeliten im Norden, einschließlich von Judith, eine 16. Generation der Simeoniten, und Judiths Dorfeinwohner von Bethulia, in Furcht hinabblickten.[4]

Die Israeliten bemerkten: "Sie werden das ganze Land kahl machen; es werden auch nicht die Berge oder die Täler ihr Gewicht unterhalten können." (Judith 7:4; S70).

Trotzdem, angetrieben von ihrem Hohen Priester in Jerusalem, Joakim (var. Eliakim) - den ich schon vorher als Akhimiti von dem Asdod der Assyrischen Urkunden identifiziert habe - nahmen sie sich vor sich zu wehren und die Folgen dieser Entscheidung zu tragen.

"Dann nahm jeder Mann sein Kriegszeug und nachdem sie Feuer auf ihren Türmen angezündet hatten, verblieben sie and wachten die ganze Nacht"[Judith 2:5; S70]

Wer war der dem Unglück geweihte Assyrische Hauptkommandant?

Der Tharthan mit dem Namen Holofernes im Buch Judith war wohl kaum die gleiche Person, wie der Tharthan den Sargon-Sanherib zuvor gegen "Asdod" gesandt hatte, und der bis jetzt, ein Jahrzehnt später, mit den verschiedenen Nationalitäten im Westen bekannt gewesen wäre. Denn der Tharthan der Judith Geschichte muß die Einwohner fragen: Sag an, (ihr Kanaaniter; S70), was ist das für ein Volk das im Gebirge wohnt?" [Judith 5:2; Luther & 5:3; S70]

Diese als den einen Tharthan zu identifizieren würde auch tatsächlich eine sehr enge Chronologie im Zusammenhang unserer Revision verursachen. Nach G. Roux benutzte Sanherib: "einen Tharthan `zur Rechten' und einen Tharthan `zur Linken'."[5]

Welcher dieser beiden, ob einer von ihnen, war der mächtige "Holofernes"?

Das Buch Judith spricht darüber ziemlich genau: "Holofernes" war der "nächste" [zum König selber] in Rang ..."; dieser kommandierte eine Armee von biblischer Größe und bereitete den Weg für den König selber im Westen (genauso war auch der Plan mit Bezug auf Sanheribs Drittem Feldzug) vor. Aber sein Plan kam bald durch die Taten eines Bergvolkes in Samarien zu Ende, bevor er noch Jerusalem erreichen konnte.

Die heute gelehrte Weltgeschichte weiß augenscheinlich nichts über solch einen Tharthan. Zu einer späteren Zeit, mutmaßlich in 352 v.Chr., während der Zeit des Artaxerxes III. `Ochus', eine Prinz von Kappadozien mit dem Namen "Holofernes", sagt man, soll gegen die Ägypter gekämpft haben.[6] Dies ist ein Beispiel von verschiedenen, unwillkommenenen Geschichten der Perserzeit, die ihren Weg in das Buch Judith fanden.[7]

Jedoch gibt es einen bemerkenswerten Assyrer königlicher Blutlinie aus der Zeit Hiskias, der ein ganz geeigneter Kandidat für "Holofernes" ist, da er ein wichtiger Führer war, der sogar in Ägypten einzog und der auf einer mysterischen Art und Weise, während eines Kriegszuges, starb. Und dieser passt genau zu der Beschreibung, die wir in Judith vorfinden, denn er war an "zweiter Stelle nur dem König selber" untertan. Ich nehme hier Bezug auf Sanheribs bevorzugten Sohn und Erbe, ASARHADDON.[8]

Natürlich kann ich für diese Identifizierung des Asarhaddon mit "Holofernes" sofortige und starke Gegenwände erwarten, besonders, da man überall denkt das Asarhaddon (680-669 v.Chr,, konventional) seinen Vater Sanherib überlebt haben soll - und nach ihm regierte -. Asarhaddon, nachdem er vermutlicher Weise eine Empörung zweier Vatermörderischer Söhne niedergeschlagen haben soll, fing an, die von seinem Vater zerstörte Stadt Babylon, wieder zu erbauen. Seine Urkunden berichten, das er "noch jung" war als sein Vater seine Nachfolgeschaft sicher machte.[9] Der junge Kronprinz unternahm seinen berühmten Marsch von Babylon nördlich zu Niniveh gegen seinen Bruder, der gegen ihn rebelled hatte, und der seinen Weg blockierte: "Der Schrecken der großen Götter, meine Herren, überkam sie ..." sagte er.[10]


Und was jene Bösewichte anbelangt, die den Aufstand und Empörung anfingen, wenn sie von der Annäherung meiner Armee hörten, verließen sie ihre regulären Truppen und entflohen zu unbekannten Gegenden. Ich erreichte die Dämme des Tigris. [Auf die Worte] von Sin und Shamash, den Göttern, den Herren der Deiche, meine Armee raffte sich über den breiten Tigris wie (über ein) Bewässerungskanal.



Nach seinem warmen Empfang bei den Assyrern und bei den meisten der feindlichen Armee die zu ihm überwechselten, rief Asarhaddon aus: "Ich zog freudig in Niniveh, meine königliche Stadt ein, und nahm meinen Platz auf dem Thron meines Vaters."

Nach der Meinung von Luckenbill hatten Esarhaddons Brüder während dieses Zuges nach Niniveh und der begleitenden Empörung schon ihren Vater Sanherib erschlagen.[11]


Eine feste [Entscheidung] "befiehl" meine Brüder. Sie kehrten den Göttern ihren Rücken und wandten sich der Gewalt zu, und beratschlagten Übel. Böse Worte und Taten, ... unternahmen sie gegen mich ... Sie empörten sich(?). Um den [Thron] zu gewinnen erschlugen sie [Sanherib, ihren Vater.] ...



Die Bibel und die Pseudoapogryphischen Bücher scheinen diese Anordnung der Ereignisse zu unterstützen indem sie auf Sanheribs Tod und die Nachfolgeschaft seines Sohnes Asarhaddon Bezug nehmen. So, für nur kurze Zeit länger, überlebte Sanherib seinen Sohn bevor er selbst nach 2.König einen gewaltsamen Tod durch seine Mörderer findet:

"Und einstmals, als er im Tempel seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn Adrammelech und Sarezer mit dem Schwerte; und diese flüchteten ins Land Ararat, König aber wurde an seiner Statt Sein Sohn Asarhaddon." [2.König 19:37; `Regnorum IV:37'; Septuagint]


Aber nach der Meinung von Georges Roux [12]: "Ist der Vatermord nicht erwähnt ..."

Könnte dies wohl auch ein anderes Beispiel sein, wo moderne Wiederhersteller Assyrischer Urkunden fehlende Linien mit ihrer ausgedachten Auslegung in eingeklammerten Bemerkungen hinzugefügt haben?

Andererseits aber, wie steht es mit dem biblischen Zeugnis oben zitiert? Nun gut, die Hebräische Wurzel ben, `Sohn' ist kein großes Problem, da es `Sohn' oder auch `Enkelsohn' bedeuten kann.[13] Was den Namen Asarhaddon anbelangt hat das Buch Tobias mich soweit gut in meiner Theorie, das Sanherib der Nachfolger von Salmanassar war, unterstützt, jetzt aber hat es mich anscheinend verlassen, in dem es deutlich Asarhaddon als den Nachfolger des nun Toten Sanheribs nennt, Tobias 1:21. Dies jedoch ist nur so im Sinne der Übersetzung. Der Name der als "Asarhaddon" übersetzt wird, wird im Griechischen als Sacherdonos geschrieben; ein Name, der dem Saosduchin sehr Nahe kommt von dem in der Douay Version von Judith gesagt wird, daß er "Asarhaddon im Königreich der Assyrer nachfolgte".[14]

Das kann nur Assurbanipal bedeuten. Auf Grund dieser Situation mag die originale Übersetzung des Buches Tobias sehr wohl gelesen haben, "... sein (Sanheribs) [Enkel]sohn Assurbanipal folgte ihm nach".

Da Asarhaddon gewöhnlich als der jüngere Bruder Sanheribs anerkannt wird, da der älteste Ashur-nadin-shumi war, den Sanherib zum Vizekönig über Babylon während seines Zwölften Jahres, Vierter Feldzug, gemacht hat, die Chronologie, die ich hier versuche zusammenzustellen, würde wirklich sehr lückenlos sein. Aber es ist Tatsache, das Asarhaddon sich "der älteste Sohn von [Sanherib] nennt ..."[15] - augenscheinlich eine weitere Abweisung konventionaler Chronologie. Dieses Primäre Beweismaterial unterstützt nicht nur meine Revision, aber macht es auch sehr verlockend Asarhaddon (d.h. Ashur-akhi-iddina) mit Ashur-nadin-shumi zu identifizieren.[16]

Ashur-nadin-shumis sechs Regierungsjahre über Babylon würden deshalb mit Asarhaddons Zeit dort übereinstimmen. Und ich schlage vor, es war während dieser frühen Zeit, daß Asarhaddon die Stadt Babylon wiederaufbaute und verherrlichte.

Dies aber während der Zeit als sein Vater noch lebte.[17]

Hier auch wieder, wie schon in der Sargonischen Reihenfolge, haben Geschichtsforscher sich äußerst viel Freiheit gegeben als sie die Assyrischen Urkunden benutzten, um damit die Chronologie der Assyrischen Könige fertigzustellen, indem sie hinzufügten was nicht dastand - wie in diesem Fall die Ermordung von Sanherib - und auf diese Weise Assyrische Geschichte sehr durcheinander brachten.

Wenn Sanherib, nun in Khorsabad wohnend, im wesentlichen seinen Sohn mit dem Thron begünstigte und ihn auf Grund dieser Rangerhebung als Thronerben Ashur-etil-ilani-mukin-aplu nannte[18], sollte diese Erklärung viel die Verwunderungen der Geschichtsforscher lösen, die sich fragten, warum es keine offiziellen Urkunden von den letzten zehn Jahren der vierundzwanzigjährigen Regierungszeit Sanheribs gibt. Tatsächlich aber sind die Urkunden vorhanden, man muß nach ihnen aber unter dem Namen Asarhaddon suchen dessen 11-12 jährige Regierungszeit nun gänzlich in die Zeit Sanheribs eingeschlossen stattfindet - der, wie wir sehen werden, doch noch seinen Sohn überlebte.

Unglücklicherweise jedoch, Asarhaddons Urkunden sind - wie wir schon im Ersten Teil feststellten - nicht sehr sorgfältig angeordnet worden, und machen so einem Schreiber mehr Arbeit.

Judith selber, in ihrer Erklärung der genauen Verbindung zwischen dem großen König von Assyrien und seinem Vizekönig, zeigt, daß, während der letztere nun die volle Verantwortung für den militärischen Arm der Regierung hatte, war es dennoch der älternde König (lies Sanherib anstelle von Nebukadnezar), der `die Peitsche knallen' lassen konnte:


"Gott gebe Nebukadnezar Glück und Heil, dem König der ganzen Erde, der dich hinausgeschickt hat, alle Ungehorsamen zu strafen; denn du kannst ihm untertan machen nicht allein die Leute, sondern auch alle Tiere auf dem Felde. Denn deine Vernunft und Weisheit ist hoch berühmt in aller Welt, und jederman weiß, daß du der gewaltigste Fürst bist im ganzen Königreich, und dein gutes Regiment wird überall gepriesen."
[Judith 11:5, 6; Luther Bibel]


Asarhaddons militärische Geschicklichkeit war legendär und nicht am wenigsten so in seinen eigenen Vorstellungen.19]:

Wie ein wütender Löwe legt ich (meine) Rüstung an, (meinen) Helm, Symbol des Sieges, setzte ich auf meinen Kopf. Ich nahm in meiner Rechten den Bogen .... Wie ein grimmiger Adler, mit aufgespannten Flügeln ..., vor meine Truppen stehend, ging ich, wie eine Flut, so ging ich voran. Der nicht verschonende Speer Assurs, grimmig, schnell, wurde er los gelassen ..., die Götter Shar-ur und Shar-gaz waren [auf meiner Seite].



Dieses Ansehens benutzte Judith sich sofort bei ihrem ersten Treffen mit dem Tharthan: "... denn deine Vernunft ... ist berühmt in aller Welt ..., daß du der gewaltigste Fürst bist im ganzen Königreich ..." [Judith 11:6].

Asarhaddon war auch immer Treu zu seinem Vater Sanherib und war daher gegen sich nicht untergebende Könige besonders Rachelustig - vermutlich jene, die nach den Angaben von Judiths Geschichte, zuerst die Assyrischen Botschafter "mir leeren Händen und in Scham" zurückgesandt hatten. Gute Beispiele von Königen, die sich während der Blütezeit Asarhaddons nicht unterwarfen, waren, Abdi-Milkuti (Luli), König von Sidon, den Asarhaddon fangen und enthaupten ließ, Baal von Tyrus und sein Bekannter, Tirhaka von Äthiopien[20]:


... ich richtete Erdwände gegen Ba'lu, König von Tyrus, der sein Vertrauen in seinen Freund Tirhaka ..., König von Äthiopien, gesetzt hatte, mein königliches Joch abwarf und hatte unverschämte (Botschaften) gesandt. Nahrung und (Wasser) zum trinken, (was) sie leben lassen (würde), hielt ich zurück ....



Baal und Tirhakah sind wohl die zwei Figuren, die auf der Siegesstele (Senjirli) im Norden Syriens vor den Füßen Asarhaddons gezeigt werden. Asarhaddon hält einen Becher hoch in seiner Hand und von seiner linken fallen zwei Seile ("Riemen") die durch die Lippen der zwei gefangenen Figuren hindurch gezogen waren[21]. Aber die Feinde Asarhaddons und seines Vaters - wenigstens jene die ihre Rachelustige Regierung überlebten - würden noch zuletzt lachen können. Das Land der Assyrer würde auf gewaltsame Weise seinen Tharthan (Vizekönig) verlieren - erschlagen während eines Feldzugs, der das Ziel hatte mit der zweiten (möglicherweise der dritten) Invasion Ägyptens zu enden[22] - ein grosser Teil der mächtigen Assyrischen Armee und - nicht lange danach - der große König selber, würden auch den Tod finden.

Die Niederlage des "Holofernes"

Meine Auslegung der Neu-Assyrischen Geschichte macht es möglich die überzeugendste Identifizierung des "Holofernes" mit Asarhaddon aufzuzeigen, der zweitmächtigste nach dem Assyrischen König, der während einer sehr ereignissreichen Zeit seines Landes lebte, und der auf einem Feldzug im Westen starb. Soweit steht es damit gut genug. Um aber vollkommen zufriedengestellt zu sein, benötigen wir für das Schamvolle Ende des Vizekönigs Sanheribs einen Beweis. Zu unserer Überraschung, finden wir das in den Assyrischen Urkunden, der Eponym Chronik oder Urkunde, selber.[23] Dies bestreitet jene naive Ansicht, die sagt, daß die Assyrer nie Niederlagen verurkundet haben. Tadmor gibt den wichtigen Text so wieder, als ob er in Sargons Jahr 17 (705 v.Chr.) gehört, weil er dachte, das Sargon in dem Jahr tatsächlich starb[24]:


"Der König [gegen Tabal ....] gegen Ešpai dem Kulummaean. [......] Der König wurde getötet. Das Lager des Königs von Assyrien [wurde eingenommen ......]. Am 12. (des Monats) Abu, Sanherib, Sohn des [Sargon, nahm seinen Thron ein]".

Es gibt keine Berichte von irgendwelchen anderen Quellen über den letzten Krieg Sargons [sic], und auch keine überzeugende Identifizierung der Kulummäer.


Wir wissen nun, das eine Nachfolgeschaft von Sargon zu Sanherib, wie in dem obigen Zitat vorgeschlagen, unmöglich war. Der nicht mit Namen genannte "König" in diesem Zitat sollte aber tatsächlich mit Asarhaddon identifiziert werden, der der "Holofernes" des Buches Judith ist und der "erschlagen wurde [mit dem Ergebnis] ... daß das Lager der Assyrer [eingenommen wurde ....]", Sieh Judith 13:7-9, und 15:6-8: "... daß übrige Volk zu Bethulia fiel in der Assyrer Lager, und plünderten, und führten hinweg, was die Assyrer dagelassen hatten".

Der älternde Sanherib auf keinen Fall -"setzte sich auf den Thron" zu dieser Zeit, wie das Zitat es vorschlägt (er mag aber persönlich die Pflichten seines nun toten Sohnes übernommen haben).

Statt dessen mußte er eine weniger angenehme Pflicht ausführen.

Tadmor sagt uns, was diese Pflicht war aber falscherweise denkend, das Sargons Ende die Angelegenheit war, die Sanherib untersuchen wollte.[25]


Der Tod eines Königs auf dem Schlachtfeld, getötet während seines Dienstes, hatte bisher keine Parallelen in der Geschichte Mesopotamiens. Sanherib mußte sehr genau die heimlichen Umstände des Todes seines Vaters [sic] untersuchen, um herauszufinden was die Sünden (hîtâti) Sargons [sic] waren.



Für die Begriffe jener Zeit, was eine weitere Beschämung war - in Hinsicht auf die Sünden des erschlagenen Königs von Assyrien - war der Umstand, daß der Vizekönig nicht in "seinem Haus" beerdigt wurde. Nach der Meinung von Tadmor[26]: Das könnte entweder bedeuten, daß der Körper im Schlachtfeld krematiert wurde oder er war nicht vom Feind zurückgebracht worden". Das Buch Judith ist sehr bestimmt an diesem Punkt. Der Kopf des Vizekönigs wurde tatsächlich von seinem leblosen Körper bei der triumphierenden Judith und ihrer Magd nach Bethulia hinweggetragen, wo er - nach der Anweisung Judiths - von der Höhe der Stadtmauer hinuntergehengt wurde. (Judith 13:9-11, 16-19 & 14:7-15) Der Grund dafür war Furcht in die Herzen der Assyrischen Armee zu verursachen, und sie zum fliehen zu bringen.

Die Asarhaddon Urkunde gibt den genauen Tag des Todes Asarhaddons an, "am [zehnten] Tage des Monats Marchesvan", der der achte Monat ist.[27]

Wir können nun den Bericht ein für alle mal richtig setzen. Die allmächtige Armee der Assyrer, die 185,000 Mann zählte, wurde nicht zu Tode `genabelt', oder von Mäusen `überkommen' (Herodotus)[28], auch nicht von Kometen in alle Winde geblasen (Velikovsky), aber sie wurde übermächtigt und zerschlagen durch das fromme Fräulein Judith, wie sie es selber bezeugt (16:8, 8):


"... Aber der Herr, der Allmächtige Gott, hat ihn gestraft, und hat ihn in eines Weibes Hände gegeben. Denn kein Mann und kein Krieger hat ihn umgebracht, und kein Riese hat ihn angegriffen; sondern Judith, die Tochter Meraris, hat ihn niedergelegt mit ihrer Schöhnheit."


Sanheribs Raserei und Tod

Nach der Information von Tobias - der als die metaphysische Ursache der Niederlage und Flucht der Armee nicht die Sünden Tharthans aber Sanheribs eigene Sünde der Gotteslästerung identifizierte - Sanherib, übte seine rasende Wut eventuel an das Volk Israel aus, einschließlich Tobias selber (Tobias 1:18-20).

"Und wenn der König einige erschlagen hatte nachdem er gekommen war und bevor seiner Flucht von Judea, beerdigte ich sie alleine und ungesehen, denn in seiner Wut tötete er viele aber ihre Körper fand man nie, wenn der König (später) nach ihnen suchte, Und wenn einer der Niniviten ging und sich beim König beklagte, daß ich sie beerdigt hatte, nahm ich Zuflucht in einem Versteck, denn ich Verstand, das man nach mir suchte, um mich dann zu töten, so zog ich mich zurück in Furcht. Dann nahmen sie mit Gewalt alle meine Güter von mir, und nichts blieb für mich übrig, neben meiner Frau Anna und meinem Sohn Tobias." [Tobias 1:18-20; Septuaginta]

Tobias musste nun endlich fliehen, um sein eigenes Leben zu retten, aber "es vergingen nicht einmal vierzig Tage bevor zwei der Söhne Sanheribs ihn ermordeten".[Vers 21]

Epilogue

Nach einem Artikel in Encyclopädia Judaica's "Judith" zeigt auf, wie dieses Drama aller Dramen immer wieder durch die Jahrhunderte in Kunst, Literatur und Musik dargestellt wurde. Unsere Fußnoten zeigen, daß die Griechen die Geschichte Judiths und Holofernes in ihrer Volkskunst aufnahmen. Im Lindian Chronik wird erzählt, als Darius, König der Perser, versuchte die Insel Helas zu erobern, versammelten sich die Einwohner zum Widerstand in ihrer Festung von Lindus. Die Einwohner der belagerten Festungsstadt baten ihre Führer, wegen der Not und ihren Leiden durch den Wassermangel, aufzugeben (Judith 7:13-16; Luther). Die Göttin Athena [lies Judith] schlug einem der Führer [lies Osiah] vor, den Widerstand fortzusetzen, in der Zwischenzeit vermittelte sie mit ihrem Vater Jupiter [lies dem Gott von Israel] für sie, [Judith 8:9-9:15]. Daraufhin baten die Einwohner um Frieden für fünf Tage, nach denen sie, wenn keine Hilfe sie erreicht, die Stadt aufgeben würden [Judith 8:9-10]. Am zweiten Tag des Friedens fiel ein heftiger Regenschauer auf die Stadt so daß die Leute genug Wasser haben konnten. Datis [lies Holofernes], nachdem er diesen Eingriff der Gottheit der Stadt zu helfen, sah, gab die Belagerung auf.


Notizen und Referenzen

[1] Hier "Ekbatana" genannt. Beide, Judith und Tobit, in ihrem gegenwärtigem Format, presentieren falscherweise die dreifache Kombination: (i) "Ekbatana", (ii) "Rhages" (oder der letzteren anderen Namen) und (iii) "die Meder"/"Medien". In meinem Artikel über Tobit (noch nicht übersetzt) habe ich gezeigt das "Ekbatana" gelesen werden sollte als, "Bathania" (d.h. Bashan), "Rhages", Damaskus, und "Media", Midian. In Judith, diese drei stellen sehr wahrscheinlich Babylon, Kish und die Chaldäer da. Herodotus [The Histories, Bk. III, Sec. 64, p. 180] unterscheidet zwischen `dem Median Ekbatana' und dem `Ekbatana in Syrien', wo der letztere Ort sicherlich auf `Bathania/Bashan' weist.
[2] Für die verschiedenen Ansichten dieser glutvolen Debatte sieh John Brights A History of Israel, 296f., Excursus I: "The Problem of Sennacherib's Campaigns in Palestine".
[3] Diese Zahl ist nicht unglaublich. Der Assyrische König Salmanassar benutzte eine gleichgroße Armee gegen die Syrer in der Schlacht von Karkar (Qarqar). Sieh G. Roux's Ancient Iraq, 348.
[4] Am besten identifiziert bei C. Conder mit den Orten Mithilia oder Meselieh, in Richtung von Dothan 3 Meilen entfernt ("vermutend das ein M für ein B ausgetauscht wurde was manchmal in Syrischen Namen geschah"), Survey of Western Palestine, 156-157. Für Beweismaterial eine (Jüdischen) Simeonitischen Niederlassung an der Grenze des Dothan Tales, sieh Encyclopaedia Judaica, "Judith".
[5] Op. cit., 345.
[6] So schreibt Diodorus Siculus xvii, 6, 1, wie benutzt in EJ. Er nimmt auch Bezug auf einen "Bagoas" als noch ein anderer General der Persischen Armee. Einige Bestandteile der Geschichte des Tharthan in Judith scheinen auch anderen geschichtlichen Figuren ähnlich zu sein, so Xerxes' Kommandant, Mardonius; und/oder sogar Hannibals unschlauen Bruder Hasdrubal.
[7] Ich las Emmet Sweeneys zwingende Parallelen zwischen Sanherib und dem Persischen König Xerxes, "Emmet Sweeney's Historical Revision", SIS Chronology & Catastrophism Review 1998:2, 56. Zu dem Vergleich den Sweeney gamcht hat können wir nun hinzufügen, den zwischen Xerxes' [Artaxerxes III's?] großer Macht gegen den Westen und Sanheribs, wie im Buch Judith beschrieben. Archäologische Untersuchungen bezweifeln das es Xerxes jemals gelang den Hellespont zu überqueren, wie Geschichtsbücher es gerne erzählen, um Griechenland mit seiner Macht zu überrennen.
So gibt es auch in Griechischer Mythologie die bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen Helen und Judith. Z.B. Judith 10:6-9 und Helen vor dem Tor von Troja, wo Helen auch von Priam und den Ältesten der Stadt für ihre Schöhnheit gelobt wurde.
[8] Der Name AsARhadDON bietet genügend Ähnlichkeit zu MARDONius schon oben in [5] erwähnt.
[9] D. Luckenbill's Ancient Records of Assyria and Babylonia, II, #500.
[10] Ibid., #'s 504, 505, 506.
[11] Ibid., #'s 501, 502.
[12] Op. cit., 325.
[13] C. Seow, Grammar for Biblical Hebrew, 44.
[14] Douay, `The Holy Bible Douay Version' (London Catholic Truth Soc), Fifth Impression January 1963. Note 1:5.
Wer wurde nach dem Tod von Sennacherib König? An zwei Stellen (2.Könige 19:37 & Jesaja 37:38) finden wir in der Hebräischen Bibel diesen Namen: , Asr--hdn. Es scheint das die Antiken sich nicht sicher waren wie der Name zu lesen war oder ihre letzte Quelle war an dieser Stelle beschädigt. War der Name vielleicht Sacherdonos? Sollten wir der Septuagint oder der Hebräischen Version dieses Namens vertrauen? Ist die Hebräische Quelle die ältere oder die Septuagint an dieser Stelle? Während welchen Namen wir wählen den biblischen Text nicht beeinflusst aber nur den der Apogryphen, wäre es gut diese Sachlage noch weiter zu diskutieren.
[15] Luckenbill, #591.
[16] Er mag auch derselbe sein wie Sargons Tharthan, Ashur-Isqa-Danin.
[17] Solch eine Vereinfachung der Chronologie sollte auch jenen die sich über Revisionen den Kopf zerbrechen darin helfen die Dritte Zwischenzeit in Ägyptischer Geschichte aufzustellen, insbesonders die Anpassung des Treffens zwischen Sanherib und Tirhaka von Äthiopien mit dem von Asarhaddon und kurze Zeit später gefolgt von Assurbanipal.
[18] I.e., "Ashur, der Herr der Götter, hat einen Erben bereitgestellt".
[19] Luckenbill, #561.
[20] Ibid., # 556. Emphasis added. Also Abdi-milkuti von Sidon, Sanduarri von Kundi, Zedekia (Sidka) von Askelon und Hiskia von Juda. [Luckenbill, Vol. II, # 528; Tiele, C.P., `Babylonisch-Assyrische Geschichte', 2.Teil, S. 289]
[21] Ibid., # 573.
[22] Auch manchmal als `Harran' oder `auf seinem Weg nach Ägypten' wiedergegeben. Der Ortsname Harran (Charan) wurde wohl auch mit Kanaan (wo man sagt das Holofernes erschlagen wurde) verwechselt, wie es auch in Judith 9:5 (Douay Version) tatsächlich geschah. Der Tod Kambyses im Syrischen Ekbatana erinnert uns etwas an den Tod Holofernes, ungewollt durch sein eigenes Schwert, nachdem er eine Frage darüber hatte, wo er sich befand. [Herodotus, Bk. III, Sec. 64, p. 180]
[23] Wiedergegeben als Cb6 in Tadmors The Campaigns of Sargon II of Assur", JCS, XII (1958).
[24] Ibid., 97. Emphasis added.
[25] Ibid. Emphasis added.
[26] Ibid., n.311. Emphasis added.
[27] Wie auch quotiert in C. Jonssons "The Foundations of the Assyro-Babylonian Chronology", Chronology and Catastrophism Review, Vol.IX (UK, 1987), 16.
[28] Herodotus mag die Idee, das Mäuse halfen die Assyrer zu vernichten, dem Buch Judith entnommen haben, wo die Assyrischen Truppen die nun trotzigen Israeliten mit "... die Mäuse sind herausgelaufen aus ihren Löchern, und sind kühn geworden, daß sie uns nun angreifen" beschreiben [Judith 14:11; Luther], ein typischer, Assyrischer Vergleich. Die Griechische Version von Judith benutzt "Sklaven" anstatt von "Mäuse".


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