Dieses biblische Sinnbild zeigt eine Sachlage mit Gewißheit, das endültige Los der Menschen.
Das heißt, in diesem Leben bestimmen wir wo unsere Zukunft hinführt. Wenn ein Mensch stirbt ist daß das Ende aller lebensändernden Möglichkeiten. Die Kluft ist dann festgelegt. Der Mensch befindet sich dann entweder auf der Seite Abrahams oder auf der Seite der Pein. Der Charakter des Menschen ist festgelegt im Moment des Todes. Der Tod meißelt die Richtung seines Lebens für immer wie in Stein. Seine Zukunft ist für immer wie in Erz gegossen. Es gibt keine Möglichkeit schlechte Entscheidungen zu verbessern.
`Das ist aber nicht wahr', mag jemand einwenden. `Diese Verse die du last sind nicht Teil einer Parabel', mögen sie behaupten.
`Diese Verse lehren, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht. Die Seele geht dann in den Himmel', entscheiden solche Leute.
Ein anderer mag aber einwenden, `Du glaubst doch nicht, das diese Geschichte Wirklichkeit darstellt?'
`Oh, doch', ist die Antwort!
`Nein', sagt der andere wieder. `Ich werde dir zeigen, das du dies Gleichnis docht nicht als Wirklichkeit ansiehst.'
So liest der Mann die Geschichte noch einmal aus der Bibel wie dieser gute Mann von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen wurde.
`Nun, jeden Tag sterben auf der ganzen Welt Millionen von Menschen, ist das nicht wahr?' `Wenn wir annehmen, das von diesen nur zehntausend in den Schoß Abrahams getragen werden - wie groß muß der dann sein?'
"Oh," sagt jener Mann aber, "das muß man ja anders verstehen ..."
"Genau! Genau! Das sagte ich ihnen ja, es bedeutet etwas anderes. Es ist ein Gleichnis, eine Parabel."
Jesus erzählte seinen Zuhörern eine wichtige Wahrheit. Er entnahm dieses Gleichnis aus der Literatur seiner Zeit.
Viel wurde schon über dieses Gleichnis Jesu geschrieben. Manche denken das die fünf Brüder die fünf Menschenrassen darstellen. Andere denken, das der reiche Mann die Juden sind. So lesen wir auch:
"Was haben die Juden denn für Vorteil ...? Fürwahr viel. Zum ersten: ihnen ist vertraut was Gott geredet hat."
Römer 3,1.
Die Juden hatten die Bibel, das Bündnis mit Gott, und die Tempeldienste. Sie hatten den Segen Gottes:
Sie hatten die
"Kindschaft und die Herrlichkeit und
den Bund und das Gesetz
den Gottesdienst und die Verheißung ..."
Die Juden waren geistlich also sehr reich ausgestattet. Sie kannten den wahren Gott. Sie hatten das Heiligtum und die Propheten, die Lehrer und die vielen Erfahrungen. Sie sahen aber auf die Heiden um sie herum hinab. Sie waren Stolz. Die Heiden waren nach ihrer Meinung unrein.
Sie wollten mit ihnen nicht an einem Tisch sitzen und mit ihnen essen. Dies änderte sich aber alles nachdem Jesus auf dem Kreuz starb. Eine große, weitreichende Veränderung - eine gute Veränderung - fand nun statt.
Jene, die in `Abrahams Schoß aufwuchsen, als Jesus zu ihnen kam und zu ihnen sprach, sagten sie:
"Wer bist du denn? ... Wir sind Abrahams Samen ... Abraham ist unser Vater ... Wir wissen das Gott mit Moses geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht."
Johannes 8, 25, 33 39; 9,29
Die Juden hatten schon recht, sie waren die Nachkommen Abrahams. Sie erwarteten den Segen und die Gnade Gottes aufgrund ihrer Blutsverbundenheit. Sie ruhten sich im Schoß Abrahams aus.
Nach dem Kreuz jedoch, wurden sie die Zerstreuten unter allen Nationen. Die Römer vertrieben und verfolgten sie und die Heiden fanden von nun an einen Platz im Schoß Abrahams.
So erinnern wir uns an die Szene beim letzten Abendmahl. Dort befand sich Johannes, der Jünger Jesu als bester Freund dicht vor Jesus. Diese Begebenheit veranschaulicht so schön die Freundschaft, Erlaubnis, Anerkennung, Erwartung die Jesus für solche hat. Aber die Geschichte der Juden veränderte sich aufs schlimmste. Es ist der Zustand eines Mannes der keine Vorbereitungen für seine Zukunft gemacht hat. Das Gleichnis Jesu vom reichen Mann und armen Lazarus sagt nicht, das der reiche Mann ein schlechter Mann war. Er war nicht jemand der öffentlich ein Sünder war. Die Bibel sagt nichts darüber wie er reich wurde, berichtet aber nur das er für seine Ewigkeit keine Vorbereitungen getroffen hatte. Er verbrachte alle seine Zeit mit seinem Geschäft und zählte oft sein Geld. Er war erfolgreich und hatte ein gutes Ansehen. Er wohnte in einem großen, schönen Haus, übersah aber den armen Lazarus. Nur die Hunde näherten sich dem Lazarus. Er verjagte Lazarus nicht, ließ ihm aber auch keine Krümchen geben. Der reiche Mann konnte sich nicht in die Situation des Lazarus hineinversetzen.
Als sich dann aber sein Zustand ganz umdrehte, sagte Abraham zu ihm:
Du hast dein Gutes empfangen in deinem Leben, alles Gute was du je empfangen wirst.
Wir lernen von diesem reichen Mann aber das wir Gottes Reich, seine Herrschaft und seine Pläne, sein Wort und seine Güte den ersten Platz in unserem Leben geben müssen. Wenn wir das nicht tun, sind wir genauso dran wie es auch der reiche Mann war. Wir werden dann für die Ewigkeit unvorbereitet sein wenn wir aus unserem Zeitrahmen durch den Tod hinausgezwungen werden. Wir sind dann vollkommen unvorbereitet für die von Gott versprochene Welt.
Wir bemerken, das der reiche Mann sein Gebet nicht an Gott richtet aber an Abraham. Er verläßt sich also auf seine Stammeszugehörigkeit - auf sein Familienwappen, seine ererbte Burg. Er benimmt sich so wie jener Fürst der eines Tages rot im Gesicht aus der Kirche herauskommt und sagt,
`Oh, dieser neue Pastor hat die Nerven seine Religion meinem privaten Leben vorzuhalten!'
Die Bibel versichert uns darin, das Gott uns Gelegenheiten gibt uns für seine Welt vorzubereiten.
Das ist sogar unsere Pflicht und unser Vorrecht, ob wir reich oder arm sind; ob wir von einer berühmten Blutlinie herstammen, oder ob wir in einer Ecke geboren wurden. Des Menschen hauptsächlichste Verantwortung ist Gott gegenüber und wie wir uns in diesem Bewußtsein verhalten. Den wichtigsten Gedanken den wir alle denken sollten ist dieser: `Wir sind vor Gott verantwortlich für was wir tun.'
So fand sich der reiche Mann unerwarteterweise in der Hölle. Das er das wohl verdient hatte zeigt sich darin, das es ihm garnicht einfiel Gott anzubeten, stattdessen betete er aber zu Abraham. Er bat Abraham mit einem Tropfen Wasser seine Zunge zu kühlen. Diese Bitte wurde nicht erhört.
Warum nicht?
Wir finden die Antwort gleich hier im Text von Lukas 16:
"... du hast dein Gutes empfangen hier im Leben ..."
Er erwählte also eine andere Richtung. Nun aber verhalten sich die Dinge ganz anders. Lazarus hatte nicht deine Reichtümer, aber nun ist er im Paradies. Als das natürliche Resultat ihrer Lebenswahlen, steht die Kluft nun zwischen Euch und uns fest. Es gibt keine Wiederholung. "Wo der Baum fällt, dort wird er liegen." Prediger 11,3.
Wie der Mensch `fällt' wenn er stirbt, so wird er liegen. Mit anderen Worten, der Tod markiert unser in die Ewigkeit reichendes Schicksal. Wenn wir nicht unseren Frieden vorher mit Gott gemacht haben, werden wir in der zweiten Auferstehung als Widersacher Gottes auferstehen. Und für was? Nur um unseren eigenen Willen durchzusetzen? Nur um unseren Unglauben und Zweifel weit und breit bekannt zu machen? Nur um zu zeigen, wie Unklug wir waren? Wir können schon die Bibel beiseite schieben, in ihren Seiten finden wir aber Worte die zum Leben führen, schöne Worte, ruhe wirkende Worte für unsere Seele. Vertrauen erweckende Worte, Worte der Liebe. Heute ist die beste Zeit den Herrn anzurufen. Wir sind nur kleine Mücken im gesamten Rahmen der Weltgeschichte. So sollten wir unsere Wichtigkeit nicht überschätzen. Gott will das kein reuiger Sünder verloren geht. Das bin ich, und das bist du. Wir beide sind damit gemeint.
"Er spricht: `Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen. Seht, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils."
2.Kor. 6,2
Das ist das erste, unbeantwortete Gebet. In diesem Bild der Hölle, der Hölles erstes, unbeachtet gebliebenes Gebet - die Bitte für eine Veränderung, für eine zweite Chance, eine zweite Gelegenheit, eine weitere Erleichterung - das Gebet für einen neuen Befehl, eine neue Entscheidung, eine Veränderung der Verhandlung im Gerichtshof des Ewigen - es ist das Gebet für lindernde oder mildernde Umstände - aber alle solche Gebete sind jetzt nicht mehr erlaubt, sie kommen zu spät - der reiche Mann ist schon im Jenseits. Ihn darf nicht einmal ein Tropfen kühlenden Wassers berühren. Mit ihm ist es zu Ende, Schluß damit, kein aber und warum, das Siegel ist aufgedrückt, man kann es, der Hölles erstes, unbeantewortetes Gebet, nicht mehr ändern.
Nun, das zweite unbeantwortete Gebet wurde auch nicht an Gott gerichtet aber an Abraham. Das zeigt wie der Reiche seine Herstammung als Grund für seine Erlösung ansah. Er gehörte zur Elite, den höchsten im Lande, den besten Parteien und beliebtesten der weltlichen Menschen. Er war unter den Festgästen sehr bekannt. Er konnte das Glas so hoch heben. Man hatte ihn gerne, denn er mahnte niemanden sein Selbst aufzugeben, nein, es aber durchzusetzen. Er war ein ganzer, selbst zufriedener Mann. Er tat niemanden ein Leid an, half aber auch niemanden.
Sein Ahnen richtet sich auf seine noch lebende Brüder. Wenn jemand von den Toten zurückkommen möchte, um sie zu warnen, dann könnten sie meinen Fehler vermeiden, dachte er. Dieser Bitte folgen aber einige der ernstesten Worte in der ganzen Bibel - wenn ein Mann nicht die Bibel annimmt, Gottes Heiliges Wort, würde er auch nicht Glauben obwohl jemand von den Toten ihm diese Botschaft bringen würde. Das ist die Wahrheit im Worte Gottes. Die Bibel beweist die Wahrheit dieser Worte zweimal:
1) Einige Zeit nach dem Jesus dieses Gleichnis erzählte, weckte er Lazarus vom Tod auf. Lazarus war ein Mann, der einige der Eigenschaften des Charakters in der Parabel hatte. Viele Augenzeugen sahen ihn aus dem Grab hervorkommen. Aber statt von der Kraft Gottes in Jesus überzeugt zu werden und sich zu bekehren, erfüllte dieses Ereignis ihre Herzen mit Zorn, Eifersucht und Bitternis. Sie gingen sogar so weit zu versuchen den Mann zu töten, den Gott vom Tod auferweckt hatte, um den Beweis der Auferstehung und Jesus als den Sohn Gottes zu vernichten. Menschliche Verachtung reicht tief hinab in den Pfuhl der Sünde.
2) Noch einige Zeit später, und Jesus selber wurde von ihnen getötet. Von diesen bösen, ungläubigen und unverständigen Männern, Mitgliedern seines auserwählten Volkes, seiner Kirche. Wie Lazarus standt Jesus aber auch von den Toten auf und erschien wieder seinen Jüngern und besonderen Anhängern. Dieses Ereignis wurde überall verbreitet und bekannt gemacht. Führte es aber zur Reue und Bekehrung jener, die ihn umbrachten? Glaubten diese den Augenzeugenberichten die sie hörten? Nur sehr wenige bekehrten sich.
Wenn ein Mensch nicht Moses und den Propheten glauben schenkt wird er auch nicht glauben obwohl jemand von den Toten aufersteht. Viele Menschen benehmen sich heute genauso wie die Juden zur Zeit des Lazarus und zur Zeit der Auferstehung Jesu. Der Augenzeugenbericht ist auch heute noch gültig, bekehren sich die Menschen aber - die Männer und Frauen? Nur wenige bekehren sich. Das Grab war leer. Seine Wunden zeugten von seinem Leiden. Man fasste ihn an und man hörte seine bekannte Stimme. Er aß mit ihnen und wurde in den Himmel aufgenommen. Nur ein anderer Raumflug würden wir heute sagen. Das ist ja nichts neues. Wir können das ja auch tun. Wirklich? Gibt es heute noch Menschen die diese zwei unbeantworteten Gebete wiederholen?
"Ich erwarte irgendwann eine zweite Chance."
"Gott ist zu gut mir dies anzutun."
"Ich glaube nicht das es sich so zutragen wird. Es wird etwas anderes geschehen."
"Ich erwarte - Ich hoffe."
Es ist ein verstelltes Gebet. Es verrät den unausgesprochenen Gedanken, `Oh, Gott wird mir besondere Gunst erweisen. Mit mir wird es etwas anders ausgehen. Dies wird nicht alles für mich zu Ende bringen. Mir wird noch ein weiterer Tag gegeben, und noch ein weiterer Tag - und noch ein Tag - und noch viele Tage - und mehr und mehr ---.... Halt!!!
So geht es nicht weiter. Unser Leben ist kurz und wir wissen nicht wann Gott unsere Seele fordert. Heute ist die beste Zeit.
Das erste Gebet des reichen Mannes wurde nie beantwortet weil er es zur falschen Zeit betete. Er war ja schon Tod. Die Kluft war schon da. Es gibt dann kein Zurück.
Es war auch eine falsche Art von Gebet. Wir sollten wissen, das wir nicht für uns um besondere Vorteile bitten sollten, für einen besten Platz im Königreich Gottes.
Der reiche Mann bat um etwas neben der Bibel. Er wollte gerne ein gutes Gefühl in sich haben, ein für ihn besonders angefertigtes Gesicht, eine ihm passende Prophezeiung.
Wir sollen aber nicht unsere jetzige Zeit auf Erden mit unnötigen Dingen belasten die uns von Gottes Wort abwenden. Wir haben jetzt Gelegenheit zu einer höheren und tieferen Erfahrung. Nun ist der Tag, unser Herz Gott zu öffnen, und auf seine Stimme in seinem Wort genau achtzugeben. Er spricht zu uns durch Moses und die Propheten, der Bibel zur Zeit Jesu, und auch durch das Neue Testament. In diesen Seiten finden wir, was wir wissen und tun müssen.