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Der Richtige Gebrauch Unseres Willens!
Unser Selbst muss Sterben

Ein Christliches Leben zu führen hat gewiß mit dem richtigen Gebrauch unserer Willenskraft zu tun. Eine Theorie mag sagen, `So lange ich mich Jesus untergebe kann ich Sünde überkommen. Was soll ich aber denken und tun, wenn ich schon früh morgens mit einer Versuchung zu tun habe, kurz nachdem ich mein Gebet beendete?"

Weil es sehr leicht sein kann, das einige denken, das solche Fragen wohl mehr mit jungen Leuten zu tun haben, kann man doch auch sehr leicht finden, das Opas und Omas auch noch mit Versuchung Schwierigkeiten haben. Wir wollen also das Thema, wie wir uns in Versuchungen verhalten sollten, heute sorgfältig studieren. Wir hoffen dabei Entdeckungen zu machen, die es Christen und unchristlichen Leuten möglich macht, diese menschlichen Lebenserfahrungen besser zu verstehen und wir denken, daß viele Menschen, wahrscheinlich alle Menschen aller Arten philosophischer Herkünfte, früher oder später, solche Entscheidungen in ihrem täglichen Leben treffen müssen.

Sie mögen sich fragen, `Soll ich diese Tat tun oder soll ich sie nicht tun?

`Soll ich jenes Auto überholen oder soll ich die Geschwindigkeitsgrenze einhalten und nicht zu einer Gefahr im Verkehr werden?'

Wie solche Fragen sich besonders auch im Christlichen Leben ereignen und behandelt werden sollten möchten viele Leute gerne wissen. Fast alle Christliche Kirchen und Gruppen haben erstaunlicherweise nichts oder wenig zu sagen, wenn es darum geht, wie ein Christ Versuchung überwinden kann. Die meisten, wenn sie es studieren, mögen darauf nur zufälligerweise eine Antwort finden.

Ein Text sollte an dieser Stelle erwähnt werden und das ist 1.Korinther 1 Vers 30:

"Von ihm aber kommt es, dass ihr in Christus Jesus seid, der uns zur Weisheit gemacht worden ist von Gott, zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung."

Vier wichtige, Christliche Begriffe lesen wir hier.

1. Weisheit
2. Gerechtigkeit,
3. Heiligung, und
4. Erlösung.

Über Weisheit lernen wir etwas später mehr.

a) Nun, Gerechtigkeit bedeutet, da uns unsere Sünden vergeben sind, Errettung von vergangenen Sünden.

b) Heiligung bedeutet Jesus Christus sein Leben in uns leben zu lassen, was uns von gegenwärtigen Sünden errettet.

c) Erlösung bedeutet von Gott einen neuen Körper zu erhalten der den himmlischen Lebensbedingungen angepasst ist, was darin resultiert, daß wir, seine erlöste Schar, aus dieser sündigen Welt gerettet werden können.

Wir können deshalb nicht sagen, das unsere endliche Errettung nur mit `Gerechtigkeit durch den Glauben Alleine' oder auch beschrieben als die `Gerechtigkeit Gottes', zu tun hat, und die wir als Gabe Gottes empfangen können. (Römer 5, 17 "Gabe der Gerechtigkeit") Unsere Errettung hat auch mit `Heiligung durch den Glauben Alleine' zu tun und auch mit `Erlösung durch den Glauben Alleine'. Alle drei Begriffe sind demnach gleichwertig.

All diese drei letzteren Begriffe haben also mit unserer Errettung von Sünde und aus dieser Welt der Sünde zu tun.

Von wem kommt aber Weisheit? Wahre Weisheit kommt nur von Jesus.

Wir mögen Bücher studieren und damit viel Kenntnisse erhalten, Weisheit aber kommt nur durch Jesus.

Wir sehen also das sogar alle vier dieser Begriffe mit Jesus zu tun haben und das sein Thema alle diese Begriffe umschließt.

Nun, wenn wir also über die `Gerechtigkeit durch Glauben Alleine' sprechen und wir Ihn dann als unseren Heiland, unseren Erlöser anerkennen, läßt uns das vor Gott erscheinen als ob wir nie gesündigt hätten. Es gibt keine Gerechtigkeit des Glaubens ohne Jesus. Unsere einzige Hoffnung von Gott als gerecht angesehen zu werden ist für uns in Jesus. Und das ist wahr für gerechtfertigte Rechtschaffenheit und auch für geheiligte Rechtschaffenheit wie der obige Bibelvers es vorschlägt.

So, was ist also die richtige Funktion unseres Willens, unserer Entscheidungskraft wenn es darum geht einer schlechten Tat, also Sünde, zu widerstehen? Vom Christlichen Standpunkt her wissen wir, das wir ohne Gottes Wort, ohne Gott in unserem Leben, Sünde und Versuchung nicht erflogreich widerstehen können. Unsere eigenen Methoden und Tricke können uns nicht wirklich helfen, wir würden den Kampf in unserem Denken, was doch zur Tat führt, verlieren. Wir können wohl auch sagen, das unsere eigene Methode dem Gedanken eine schlechte Tat zu begehen zu widerstehen davon abhängt, wie viel Willenskraft wir zu der Zeit gerade haben oder wie viel Willenskraft wir dann gerade nicht haben.

Nach dem wir dieses Thema hier noch weiter entwickeln, werden wir heute auch verstehen das die Frage nach einem gerechten Lebenswandel alle spiegelnde Seiten dieses Diamanten ähnlichen Themas begutachten muß oder wird. In christlichen Kreisen nennt man das Thema die`Gerechtigkeit des Glaubens durch Jesus Christus' (oder kurz der `GG' Faktor). Die Anwendung dieses `GG' Faktoren zu Krisenzeiten in unserem Leben ist ein Thema, das auch besonders heutzutage bekannt gemacht werden sollte.

Nun, ich möchte zuerst festellen das ein Gebet, wenn eine Versuchung eine schlechte Tat zu begehen kommt, uns kaum Hilfe leisten wird sie zu überkommen. Viele haben das versucht, und es klappt nicht. Ich glaube auch nicht, daß das quotieren von Bibel Versen oder eines anderen heiligen Buches uns helfen wird den Sieg, über die Versuchung eine schlechte Tat zu begehen, zu erringen. Viele vesuchen das jeden Tag, und es klappt nicht. Lieder zu singen wird auch nicht helfen. Du kannst alle sechzehn Verse singen und doch noch einer Versuchung zum Opfer fallen.

Menschen werden leicht dabei entäuscht und entmutigt. Warum?

Der Grund dazu ist, daß sie den Kampf in einem Gebiet ausführen wo er gar nicht stattfindet.

Wie wir also jetzt dieses Thema vorbringen wollen wir sie gerne daran erinnern das eine schlechte Tat, Sünde, sich nicht auf das Gebiet menschlichen Benehmens beschränkt. Eine biblische Definition finden wir in Römer 14 Vers 23:

"... alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde."

Deshalb, die einzigste, größte Sünde, die alle anderen Sünden verursacht, ist die, wenn wir das was wir tun, und was immer es auch sein mag, ohne Christus tun. Sobald wir ohne an Jesus zu denken unser Leben zu leben versuchen, von Ihm unabhängig sein wollen, dann geschieht Sünde. Und Sünde ist eine schlechte Tat zu begehen, ein natürliches Resultat unserer Trennung von Gott.

An dieser Stelle machen wir auch einen Unterschied zwischen Sünde, Einzahl, und Sünden, Mehrzahl.

Sünde, Einzahl, bedeutet ein Leben ohne Jesus zu führen.
Sünden, Mehrzahl, bedeutet schlechte, vielleicht sogar kriminelle Taten zu begehen.

Wenn mein Lebensproblem mit Sünden zu tun hat, hat das wieder mit dem originalen Problem zu tun, nähmlich unser eigenes Leben, ohne Christus zu führen.

Die Bibel gibt uns ermutigende Hinweise wie man ein überwindendes Leben führen kann. Jesus wird so geschildert, das er unsere inneren Kämpfe und Gedanken ganz versteht. Wir lesen:

"Da wir nun einen grossen Hohenpriester haben, der durch die Himmel hindurchgegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns im Bekenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der mit unseren Schwachheiten nicht Mitgefühl haben könnte, vielmehr einen, der in allem auf gleiche Weise versucht worden ist." Hebräer 4, 14-15.

Dieser Bibelabschnitt läßt uns wissen das wir einen Hohenpriester, einen wirklichen Menschen, dort haben, der sich daran erinnern kann wie das Leben auf unserer Erde zugeht und was Sünde unseren Gedanken zutun kann. Er versteht, was es bedeutet mit unseren Schwachheiten belastet zu sein. Als er auf dieser Erde wandelte, wurde er den gleichen Versuchungen ausgesetzt wie wir sie auch erfahren.

Das bedeutet nicht, das er versucht war jeden Tag eine unnütze Tat zu begehen, sich vollzuessen bis er kaum noch laufen konnte. Er war nicht versucht jeden Tage den Fernsehapparat in sein Angesicht scheinen zu lassen. Er war nicht versucht seine Kinder oder Frau anzuschreien.

Wenn die Bibel sagt, das er in allen Teilen versucht wurde so wie wir schliesst das nicht unbedingt all die kleinen Variationen mit ein die wir heute haben. Rennautos zu seiner Zeit waren leichtgebaute Streitwagen.

Es gibt wohl so etwas wie eine sich entwickelnde Reihe von Begriffen über was Sünde ist, die sich in unsere Denkweise hineinreklamieren wollen.

Wie wir unsere Willenskraft richtig benutzen sollten lasen wir gerade in dem zitierten Bibeltext. Bevor wir das aber weiter besprechen wollen wir betrachten was Jesus über Versuchung zu sagen hat. Wir lesen dazu Matthäus 26, 41 und Lukas 22, 46.

Jesus war hier zusammen mit seinen Nachfolgern im Garten von Gethsemane. Seine Jünger waren sehr müde und Jesus sagte zu ihnen:

"Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt."

"Was schlaft ihr? Stehet auf und betet, das ihr nicht in Versuchung kommt!"

Einige mögen denken, `Nun hier haben wir die Antwort. Wir sollen auf Versuchungen Ausschau halten und beim ersten Zeichen eines Problemes sollen wir beten und dann werden wir die Versuchung überkommen.'

Aber nein. Ich glaube nicht, das es dies ist, was dieser Text sagen will.

Die Reihenfolge ist zu beten bevor die Versuchung den Jüngern, und damit auch uns, überhaupt nahe kommt.

So, was war es was Jesus hier eigentlich lehren wollte?

"Wachet und betet JETZT, dass ihr nicht SPÄTER in Versuchung kommt."

"So lasset uns NUN mit Zuversicht zum Thron der Gnade hinzugehen, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden DANN zu rechtzeitiger Hilfe." Hebräer 4,16.

Scheint euch dies sinngemäß zu sein?

Ich glaube das ein Grund, warum so viele in ihrem Christlichen Leben gescheitert sind und ganze Kirchen leer wurden, auf ein falsches Verständnis beruht was zur Zeit einer Krise geschieht, wenn Menschen und auch Christen extra Stärke benötigen aber keine solche Stärke in Reservation haben. Wir vergessen das wir keinen Schuldschein schreiben können wenn wir kein Geld im Bankkonto haben.

Der Apostel Petrus schrieb so darüber wie wir Versuchung handhaben sollten, 2.Petrus 2, 9:

"Der Herr weiss DIE GOTTSELIGEN aus der Versuchung zu erlösen."

Man muss sich also unter den Gottseligen befinden bevor man von Versuchungen erlöst werden kann. Dies ist wieder der `GG' Faktor. Gottseligkeit bedeutet aber mehr als nur Mitglied einer Christlichen Gemeinschaft zu sein. Judas war ein Mitglied der Kirche seines Landes. Er war sogar ihr Schatzmeister. Ananias und Saphira waren Mitglieder ihrer Kirche. Gottseligkeit bedeutet also mehr als nur äußere Moralität. Es bedeutet mehr als nur Kirchensteuern zu zahlen. Man kann nicht von Gott getrennt leben, ihn nicht kennen oder kennen lernen wollen, und Gottselig sein.

So ist es schon ganz richtig zu sagen, das Gott die ungöttlich gesinnten nicht aus einer Versuchung helfen kann.

Warum nicht?

Kann Gott nicht alles tun? Ist er nicht allmächtig?

Nein. Ich glaube nicht. Gott kann mein Leben nicht für mich ändern, vorausgesetzt, das ich ihn dazu einlade.

Ist das nicht wahr?

Es ist ihm vollständig unmöglich sich selbst für mich zu suchen.

So erinnern wir uns daran das Gott uns niemals seinen Willen aufzwingen wird. Wir müssen erwählen unter Seine Kontrolle zu kommen. Wenn wir ihn aber nicht ersuchen uns zu kontrollieren, kann er uns auch nicht aus Versuchung helfen. Wenn wir uns aber entschieden haben ein geistliches, Gott ergebenes, spirituales Leben zu führen, anstatt nur ein religiöses, d.h. wir wollen Gott orientiert leben anstatt nur Mitglieder einer Religion zu sein, dann kann er uns auch aus Versuchungen erlösen.

Wir glauben es ist ein großer Gott an den wir glauben der die Sonne, den Mond und die Sterne im Weltall kontrolieren kann, so daß ihr großes Gewicht ohne Faden im Weltall hängen kann und keine Sekunde an Zeit verloren geht, wie die Erde um die Sonne schwebt.

Alle Versprechen Gottes haben Bedingungen. 1.Korinther 10, 13:

"Es hat euch noch keine Versuchung erfasst als nur menschliche; Gott aber ist getreu, der euch nicht über euer Vermögen wird versucht werden lassen, sondern in der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so daß ihr sie ertragen könnt."

Steht dieser Text hier für alle Menschen? Kann ihn jeder beanspruchen?

Nein. Paulus spricht hier über Gott getreue Menschen. Er nahm an, das seine Leser schon wußten was es bedeutet ein geistiges, spirituales Leben zu führen, obwohl einige der Korinther nicht so lebten.

Ich glaube nicht, das dieses Versprechen Gottes, niedergeschrieben durch seinen Apostel Paulus, auch jenen Menschen gilt die Gott ablehnen und getrennt von Ihm ihr Leben verbringen. Ich schlage vor, daß Gott seine Arbeit unter den Menschen so vollzieht, wegen der Natur seines himmlischen Königreiches, das alles innerhalb einer persönlichen Verbindung zwischen willigen Menschen und Gott geschieht.

Manchmal kann man verschiedenartige Anschauungen hören, die über ein siegreiches Christliches Leben sprechen. Eine Methode ist zu beten, wenn Versuchungen uns überkommen. Ich hörte einmal jemanden beschreiben, daß diese Methode für ihn wirksam war. Er sprach von einem Mann der einem anderen Mann sehr zornig war. Er war nahezu bereit jenem, nun gehaßten Mann, seine Faust ins Gesicht zu schlagen. Seine Augen standen heraus, sein Nacken wurde rot, seine Adern schwollen an, aber kurz bevor er fast zuschlug kam er zu der Erkenntnis, das er in Versuchung geraten war. Nun ja, das kann man ja gleich einsehen. Man riet ihm auch das er darum beten sollte. Wirklich! Er sollte wohl lange vor solch einem Ereignis, um Befreiung von seinen Zorn gebetet haben.

Stellen wir uns doch mal vor, das wir zu einem Haus der Sünde hinfahren und jetzt dort in einer langen Wartelinie geduldig stehen. Dort bin ich also und der Eintrittskartenverkäufer kommt gerade vorbei und ich habe schon die Karte in meiner Hand als ich erkenne, das ich versucht werde. Ja natürlich. Ich sollte das schon lange vorher erkannt haben. Noch auf dem Wege zu diesem Haus. Noch als ich die Pläne machte.

Verstehen wir uns? Es gibt hier zwei Punkte an die wir uns erinnern müssen:

Nummer eins: Das wirkliche Problem mit Sünde und Versuchung hat damit zu tun das wir nur uns selber vertraun.
Nummer zwei: Wenn ich nur an mich selber glaube, wird es dazu kommen, das ich bestimmte Tricke und Methoden anzuwenden versuche mich aus einer Krisensituation zu befreien. Und sogar dann wird der sogenannte Erfolg oder Sieg nur äußerlicher Art sein.

Es ist Gottes Plan für uns dem grundlegenden Problem der Sünde widerstehen zu können, in dem wir den `Kampf des Glaubens fechten', d.h. das wir wissen was es bedeutet von Gott abhängig zu sein. In solch einer nahen Verbindung mit Gott im Glauben finden wir Kraft und legen sozusagen Werte in unserem himmlischen Bankkonto an. Wenn dann eine Versuchung kommt, kann Gott, statt ich, sie für mich überwinden.

Ein weiteres Problem jedoch ist solch eine widerspänstige, hartnäckige Person, jemand der äußerlich gesehen alle Versuchungen selber zu überwinden vorgibt, ohne sich von Gott abhängig zu wissen. Ein solcher Mensch betrügt sich selber, wenn er denkt, das er Versuchungen so ziemlich gut selber handhaben kann. Wir erinnern uns aber daran das Sünde und Versuchung stärker sind als irgendeines Menschen Widerstandsfähigkeiten, und wenn ich denke, das ich genug Rückgrat habe solche Versuchungen selber zu überkommen, betrüge ich mich selbst.

Das einzige was ich tun kann in meiner eigenen Kraft, wenn es zu Versuchungen kommt, ist, äußerlich einen Anschein von Erfolg zu bewahren, aber nicht zuzugeben, das ich den Kampf im innern, ohne Christus in mir, verloren habe.

Wahre Siege im Christlichen Leben kommen immer aus dem inneren, bevor eine Krise mich erreicht.

So, jeder wirkliche Sieg ist schon gewonnen bevor die Krisensituation ankam. Solch ein Sieg kommt nicht während der Zeit einer schon aktiven Krise. Wir müßen also unsere geistlichen Batterien im voraus gut aufladen.

Nun manche mögen einwenden, `Nur langsam hier. Quotierte Jesus nicht Bibelstellen und überkam Satan auf diese Weise?'

Nein, so war es nicht ganz. Aber er quotierte sicherlich aus der Bibel.

Laßt uns deshalb lesen was Matthäus 4 darüber sagt:

"Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden."

Nun, bis dahin mag es schon richtig genug klingen. In Vers 11 lesen wir weiter:

"Da verläßt ihn der Teufel..."

Wie oft bin ich selber auch glücklich für jene Augenblicke, wenn er mich alleine läßt. Das Problem ist nur, gerade wenn ich denke alleine zu sein, kommt er wieder mit etwas anderem zurück.

So, Jesus quotierte Bibeltexte.

"Es steht geschrieben," sagte er.

Und so benutzen wir diese Erfahrung Jesu und quotieren Bibelverse, um schwierigen Sachlagen zu entkommen.

War Jesus aber vom quotieren solcher Bibelstellen für seine Sündenüberwindung abhängig?

Nein. So lasst uns dies noch etwas weiter untersuchen.

Befandst du dich jemals in einer Situation, wenn du dachtest, das du versucht wirst und dann dachtest, das Bibelsprüche dir helfen würden? Aber du quotiertest keine Bibelverse, da du keine Hilfe haben wolltest?

Vielleicht wie an jenem Tag, als du vor dem Haus der Sünde standst? Stattdessen bewahrst du dein Gebet für später, wenn du bereit bist, um Vergebung zu bitten. Als du noch vor dem Haus der Sünde standst fürchtetest du, das Gott dir gerne helfen wollte diese Tat nicht zu begehen.

Ich spreche von persönlicher Erfahrung.

Dann gibt es auch eine Art von Versuchung, in der du keine Zeit hast zu beten oder Bibelverse runter zu rasseln. Einige Versuchungen benötigen sorgfältiges Planen, Vorausplanung. Dies ist die lange Art von Vesuchung. Die kurze Art von Versuchungen geschehen aber viel schneller. Du schlägst mich, ich schlage zurück. Dabei hat man keine Zeit Bibelverse zu quotieren, oder Lieder zu singen, oder zu beten.

Und wenn du jemals darauf hoffst Gottes Hilfe in Zeiten der kurzen Art von Versuchungen zu erfahren, mußt du die Reserven dazu schon vorher in der himmlischen Bank haben. Verstehen wir uns darin? Macht das guten Sinn?

Nun wirklich, besteht da wirklich ein Unterschied zwischen der langen Art von Versuchung und der kurzen Art?

Nein, zwischen den beiden gibt es keinen Unterschied.

Die lange Art von Vesuchung geschieht wenn jemand zu dir sagt, `Laß uns nächste Woche ins Haus der Sünde gehen. Wir treffen uns dann dort.' Der einzige Unterschied besteht darin, das du nun eine ganze Woche Zeit hast, jenen Tag zu planen.

Aber warum denn quotierte Jesus Bibelverse?

Weil er die Bibel schon so sehr gut (auswendig) kannte, lange bevor der Teufel ihn versuchte, und jene Krise Ihn im Gebet auf seinen Knien fand und es seine impulsive Gewohnheit war gleich Gott, seinem Vater, zu gehorchen. Und Jesus verstand was es bedeutete so überaus reiche, geistliche Gaben im Himmel für sein Erdenleben bereit zu haben und die Macht und Gnade Gottes noch dazu. Als Kind lernte er diese Schriftstellen und war so für seine Mission als Messiah vorbereitet.

Die Quotierungen Jesu dieser Schriftstellen waren eine sich ihm aufdrängende Antwort im Moment einer Krise in der er sich befand. Er sprach nicht sinnlose Worte, um diesen Sieg über den Satan, oder Arabish Shejtan, zu erringen. Vielmehr hing er für diesen Sieg davon ab Gott schon sein ganzes Leben lang in sich wohnen zu lassen, durch seine tägliche Andachtszeit, die er ohne Lücke pflegte. Wir verstehen wohl alle wie Menschen impulsiven Ungehorsam ausleben, Christen sollten jedoch lernen impulsiven Gehorsam zu lernen und zu pflegen - die Art von Gehorsam die Jesus hatte.

Ein Mensch mag aber während einer Versuchung im stillen beten - wenn er in Verbindung mit dem himmlischen Vater ist, wie Jesus es war. Er kann dann auch Bibelverse sagen und Lieder singen. Diese aber sind es nicht die ihm zur Überwindung helfen. Verstehen wir das nun?

Es ist wahr das Jesus uns gebot zu wachen und zu beten. Aber er sprach diese Worte nicht nur für spezielle Dinge und wie wir uns dabei verhalten sollten. Wir müßen wachen und beten so das uns nichts von Gott trennen kann. Seid wachsam jeden Tag eine Zeit für Ihn beizubehalten. Das ist auch die Stärke der Mohamedaner - ihre Gebetszeit. Wenn Anhänger einer falschen Religion so etwas tun können, wievielmehr sollten Christen es tun? Nichts soll uns davon trennen das Wort Gottes in uns zu bewegen, zu beten und zu dienen. Dieses nicht aus den Augen zu verlieren, darum sollten wir jeden Tag bitten. Und dies ist die großartige Bedeutung von Hebräer 4 Vers 16. Wenn wir diesen Text so lesen würden, wie es ist, wenn wir Versuchungen ohne Gottes Hilfe zu überkommen versuchen, würde er so lauten:

"Darum lasst uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl in Zeiten unserer Not, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen..."

Liest sich dieser Bibeltext wirklich so? Nein!

Wir lesen vielmehr:

"Darum lasst uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit wenn uns Hilfe Not sein wird"

Ein großer Unterschied in der Bedeutung des Textes.

Sehen wir die Reihenfolge klar? Sehen wir den Unterschied zwischen diesen beiden Lesemethoden?

Ich erwähnte schon die `Bank' im Himmel, um ein für uns verständliches Beispiel zu benutzen, von der wir Reservenkraft bekommen können. Diese so reichliche Hilfe kann einen armen Bettler hier auf Erden wie einen reichen Mann erscheinen lassen.

Aber gibt es so etwas - solch eine `Bank' im Himmel?

Wenn wir wüßten was es bedeuted mit dem großen Bankbesitzer im Himmel zusammen zu arbeiten, dann, wenn uns die Krise überkommt, wird die Gotteskraft für uns erreichbar sein.

"Und man wird den Namen des Herrn fürchten im Niedergang, seine Majestät im Aufgang der Sonne; denn er wird kommen wie ein eingeengter Strom, den der Odem des Herrn treibt." Jesaja 59, 19.

Dieser Vers veranschaulicht die Kraft Gottes.

So dann, mögen einige sagen, was du wirklich sagen willst ist, das Gott uns aus einer Versuchung helfen kann und so, wenn wir in Versuchung fallen, bedeutet das, das ich nicht genug göttlich gesinnt bin? Ist das so?

In einem Sinne wohl ja. Während einer Zeit der Schwäche hast du dich nicht auf Gott verlassen. Der Herr weiß aber uns zu solchen Zeiten, wenn wir Ihm vertrauen, aus der Versuchung zu helfen, da wir Ihn nun ja in unserem täglichen Leben mit einschließen, uns von Ihm abhängig machen und nicht unseren eigenen Methoden und Tricken vertrauen, uns aus einer Krise zu befreien. Wenn ich Gott aber, trotz späterer Niederlagen, weiterhin jeden Tag suche und vertraue kann er mich durch das Leben helfen und zum Sieg hindurch unterstützen, da ich mich ja entschloß ihm Treu zu folgen.

Das ist die Bedeutung unseres Verses in 1.Johannes 3, 6 wo wir lesen:

"Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht. Jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen und ihn nicht erkannt."

Jemand hat einmal gesagt dies bedeutet, wenn wir nicht mehr gewohnheitsmäßig sündigen. Niemand aber kann mir sagen, wann eine Sünde zur Gewohnheit wird. Wird sie Gewohnheit wenn man sie jeden Neujahrstag begeht? Oder wird sie Gewohnheit, wenn man sie einmal im Monat begeht, oder jede Woche, oder jeden Tag?

Ich widerstehe jeder Annahme, das wir wissen, wann so etwas eine Gewohnheit wird.

Jemand anders mag sagen, es besteht ein Unterschied zwischen Sünden, die wir unbewusster Weise begehen, und solche, die wir kaltblütig berechneten. Wir wissen aber schon ganz gut das wir nicht plötzlicht an einem Haus der Sünde ankommen. Wir fahren dorthin, wir parken das Auto und gehen zur Tür. Das hat nichts mit ungeahnter Methode zu tun. Dies ist keine kurzfristige Sünde.

So, was ist dann also die grundlegende Art von Sünde die 1.Johannes 3, 6 beschreibt?

Die primäre, grundlegende Sünde ist, das wir NICHT IM HERRN BLEIBEN.

Nun gut, wenn die primäre Angelegenheit ist nicht in Ihm zu verbleiben, dann, wenn ich in Ihm bleibe sündige ich nicht. 1.Johannes 3, 9.

"Jeder, der aus Gott gezeugt ist, begeht keine Sünde; weil dessen Lebenskeim in ihm bleibt; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott gezeugt ist."

Was bedeutet es `aus Gott gezeugt zu sein?' Es bedeutet so etwas wird gezeugt wie aus einem Samen, und der Same ist das Wort Gottes, die Bibel in der wir hoffnungsvolle Worte finden, die uns helfen, ein Leben in Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen zu leben.

Solch ein Leben sollten wir suchen. Ich möchte gerne solch eine Person sein die unter der vollständigen, liebevollen Kontrolle Gottes steht.

Dies ist das grundlegende Problem der Sünde, das grundlegende Problem in allen Versuchungen, das zu tun, was immer es auch sein mag, ohne mich um Gott zu kümmern.

Lasst uns nicht vergessen, das wir uns nicht ständig um unsere Fehler sorgen sollen, unsere Sünden und Probleme. Das macht sie ja so viel größer und undurchschaulicher in unseren Vorstellungen. Gott hat einen besseren Plan. Dieser Plan besteht darin, auf Gott zu schauen, Ihm unsere Aufmerksamkeit zu widmen, Ihn persönlich kennenzulernen, täglich mit Ihm in Verbindung zu stehen. Er will nicht, das wir immer an unsere Fehler denken, unsere Augen auf unsere Sünden fixieren, und dann so leicht entmutigt werden. Eine auf Gott schauende Lebensrichtung einzunehmen ist der richtige Benutz unserer Willenskraft, unserer Fähigkeit gute Entscheidungen zu treffen, wenn Versuchung uns nahe kommt.

Ein Christ drückte es einmal so aus:

"Seit langer Zeit versuchte ich den Sieg über Sünde zu erringen unterlag darin aber. Seit der Zeit erkannte ich den Grund meiner Niederlage. Anstatt den Teil zu tun den Gott mir zu tun gab, und den er nicht für mich tun kann, versuchte ich Gottes Teil zu tun den er nicht von mir erwartet zu tun und den er versprach für mich zu tun. In erster Linie ist es nicht mein Teil den Sieg zu erringen, aber stattdessen den Sieg anzunehmen, den er schon durch Jesus Christus für mich errungen hat. Du magst aber fragen, `Spricht die Bibel nicht über Christliche Soldaten' und `Kampf gegen die Sünde'? Ja, das ist schon wahr. Wird uns nicht darin gesagt, das wir fechten müssen um den Kampf zu gewinnen? Ja, das ist auch wahr. So, wie sollen wir das dann alles verstehen? Nur so. Das wir wissen sollten für was wir kämpfen und nach was wir trachten sollten. Christus, der Mann Gottes, erkämpfte den Sieg des Lebenskampfes. Als mein Fürsprecher und Stellvertreter gewann Er den Sieg für mich und so ist seine Mahnung für mich diese: "Sei getrost, ich habe die Welt überwunden." Johannes 16, 33. Ich kann deshalb mit tiefer Dankbarkeit sagen, Gott sei gedankt der mir den Sieg gab durch unseren Herrn Jesus Christus.

Meine Schwierigkeit verhielt sich so. Ich schenkte der Versicherung keine Aufmerksamkeit, das Gott ja schon den Sieg für mich errungen hatte, und das er dazu bereit war, mich an diesen Sieg teilnehmen zu lassen. Ich übernahm die Verantwortung meinen eigenen Sieg zu erringen. Dies führte zu meiner Niederlage. Der Sieg kann nicht von Jesus, unserem Erlöser, getrennt werden, und als ich lernte, wie ich Jesus in meinem Leben aufnehmen konnte, fand ich auf diese Weise eine neue Lebenserfahrung für mich. Ich will damit nicht sagen das ich keine weiteren Niederlagen gehabt habe oder das ich seit her nicht mehr sündigte, ganz und gar nicht so. Aber meine Schwierigkeiten und Krisen bestanden darin mich von Jesus wieder zu trennen, Ihm nicht mehr zu vertrauen, meine vorherigen Erkenntnisse zu bezweifeln, Ihn aus den Augen zu verlieren, mein altes Leben wieder anzufangen. Sobald ich mich aber zusammennahm, und auf Jesus blickte, und diese gefährliche Richtung in meinem täglichen Leben erkannte, und mich Ihm wieder im Gebet unterwarf, war der Sieg auf Grund seines Versprechens mir wieder gewiss. Deshalb ist es jetzt wichtig Jesus immer in meinen Gedanken zu halten, was man in Christlichen Kreisen ja als `auf Jesus schauen' beschreibt. Den Kampf den ich und alle anderen in dieser Lage kämpfe ist der gute Kampf des Glaubens. Ich glaube nicht an meine eigene Fähigkeit diesen Kampf erfolgreich gewinnen zu können. Das ist die wichtige, biblische Botschaft im Christentum."


Wie klingt das in unseren Ohren? Sind solche Gedanken jene die wir in der Welt um uns herum hören können?

Ich möchte euch gerne dazu ermahnen zu lernen was es bedeutet vor dem Thron der Gnade Gottes zu erscheinen und dann, wenn wir den Druck der sündigen Welt um uns herum noch nicht so schlimm fühlen, wenn die Krise uns noch nicht überkommen hat, Ihm dann unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Lasst uns auf die Krise vorbereitet sein bevor sie an unsere Herzenstür klopft, so bereit sein, wie Jesus es auch in der Wüste der Versuchung war. Wie tut man das? Jeden Tag muß unser Kampf darin bestehen Zeit für Gott zu haben, sein Wort nach diesen hoffnungsvollen Grundsätzen durchsuchen, Ihn besser kennenlernen zu wollen, im Glauben zu verbleiben, Gott in unserem Herzen wohnen zu lassen. Das ist unsere Aufgabe als Nachfolger Jesu, und nur so können wir den Sieg erringen. Gott ist kein Anseher der Person, jeder, groß oder klein, arm oder reich, kann nur auf diese Weise ein Freund und Erbe des Reiches Gottes werden.

Ich vergesse niemals wie ich eines Tages diese Erkenntnisse erhielt. Es sah alles viel zu einfach aus. Ich konnte es kaum glauben. Aber ich bat Gott mir darin zu helfen, dies noch besser zu verstehen, und Ihn niemals wieder zu vergessen.

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